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Lokhas Samastha Sukino Bhavantu
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www.noelinaimayoga.com
Lokhas Samastha Sukino Bhavantu
20.02.2010
Die Veden
Die Forschung unterscheidet drei Hauptphasen der indischen Religionsgeschichte.
Vedismus (ca 1500 bis 900 v. Chr.), wobei die Vorstellungen und Techniken dominierten, die uns aus den Rig-Veda, Sama-Veda, Yajur-Veda und Atharva-Veda überliefert wurden. Veda heißt "Wissen" und ist die Sammelbezeichnung für diese vier heiligen Schriften.
Brahmanismus (ca 900 bis 300 v. Chr.), die als Blütezeit der brahmanischen Kultur angesehen wird und sich u. a. in den Upanishaden wiederspiegelt.
Hinduismus (ca ab 300 v. Chr.), der als vielschichtiger Komplex religiöser Anschauungen und entsprechender Verhaltensweisen bis zum heutigen Tag in unzähligen abgewandelten Formen vorherrscht.
Den Begriff Yoga lernen wir zwar erstmals in den Upanishaden kennen, finden jedoch erste yogische Techniken bereits in der Frühzeit indischer Religionsgeschichte. Dabei wissen wir nicht, ob Yoga bereits in der vorarischen Indus-Kultur (ca 3000 bis 1800 v. Chr.) bekannt war oder ob einwandernde Arier den Yoga mitgebracht haben.
Die Religionswelt der vedischen Sammlungen ist gekennzeichnet durch Optimismus, Diesseitsbezogenheit und die Projektion irdischer Wünsche auf das Jenseits. Die Menschen dieser Zeit sehnten sich nach Heil auf der Erde und paradisischem Leben nach dem Tod.
Wir begegnen in den vedischen Schriften außerdem umstrittenen Hinweisen auf die vermeintliche Entdeckung erster Yogis. Allerdings treffen wir yogatypische bzw. yogaähnliche Techniken in der vedischen Zeit eher am Rande oder sogar außerhalb der offiziellen Gesellschaft an, die wohl in erster Linie von frühen Vorkämpfern einer individuellen Heilsuche praktiziert wurden.
Der Yoga etablierte sich erst in der Phase des Brahmanismus in die offizielle Religionswelt Indiens, begründet durch gesellschaftliche Umwälzungen, Kriege, Hungersnöte, Seuchen und die religiöse Emanzipation des Einzelnen.
Quelle:
Der Weg des Yoga
Handbuch für Übende und Lehrende
Hrsg.: Berufsverband der Deutschen Yogalehrer
Petersberg 2000
Seiten 3 bis 5
ISBN 3-928632-02-7
Yoga Geschichte
Yoga ist in Indien seit mehreren tausend Jahren bekannt. Die Spuren yogischer Techniken gehen bis in die Frühzeit indischer Religionsgeschichte zurück. Uralte Textsammlungen, Vedas genannt, belegen, dass der Yoga in seiner Frühzeit mit magischen Opferhandlungen und Ekstasetechniken zu tun hatte.
Später wurde das äußere Opfer mehr und mehr durch ein inneres Opfer ersetzt. Statt Reis, Blumen und Tieren opferte man nun z. B. symbolisch den Atem. Es entwickelte sich die Meditation darüber, was das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht. Diese vielfältigen Reflexionen fanden ab ca 800 v. Chr. in den Upanishaden ihren Niederschlag. In diesen Textsammlungen wurde in Gesprächsform zwischen Lehrer und Schüler über die existenziellen Fragen der Menschheit nachgedacht. Zu dieser Zeit entstand die Vorstellung von der Wiedergeburt, dem persönlichen Schicksal und Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung.
Einer der berühmten Texte, der den Weg des Yoga beschreibt, ist die Bhagavadgita (Der Gesang des Erhabenen). Sie gilt als die Heilige Schrift Indiens und ist das sechste Kapitel eines großen indischen Nationalepos, des Mahabharata. Hier legt der Gott Krishna dem Kriegshelden Arjuna den Weg des Yoga dar.
Die Yoga-Sutras, als der klassische Text für den Yoga, auf den sich heute beinahe alle Yogarichtungen beziehen, wurden, wie schon erwähnt, von Patanjali zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. verfasst. Patanjali begründete damit die systematische Wissenschaft des Yoga, die bis heute aktuell geblieben ist.
Ab ungefähr 500 n. Chr. wurden alle offiziellen Religionen Indiens von dem sich entwickelnden Tantrismus beeinflusst. Zum einen forderten die Tantriker, allen Menschen Zugang zur Religion zu gewähren. Erstmals wurde das religiöse Wissen, welches im Sanskrit geschrieben wurde und bis dahin nur privilegierten Personen zugänglich war, in die unzählig vielen regionalen Sprachen Indiens übersetzt. Zum anderen wurde der Körper im klassischen vortantristischen Yoga eher als Hindernis angesehen, so gewann der Körper durch den Einfluss des Tantrismus an Bedeutung. Weiterhin erfuhr das Weibliche im Tantrismus eine große Wertschätzung. Die Frau wurde als Verkörperung der großen Göttin verehrt. Diese matriarchalischen Einflüsse zeigten sich in verschiedenen sozialen Regeln. Junge Witwen durften wieder heiraten, die Witwenverbrennung wurde verboten und Frauen hatten erstmals seit langer Zeit wieder die Möglichkeit, ihrer spirituellen Rolle nachzugehen.
Damit waren die Voraussetzungen für die Entwicklung eines körperbezogenen Übungsweges, des Hatha-Yoga ungefähr 800 n. Chr. in Nordindien geschaffen. Der Hatha-Yoga stand im Mittelalter in Indien allen Menschen als Übungsweg offen, egal welcher Religion oder Kaste sie angehörten, auch Frauen war das Üben erlaubt.
Nach 1500 n. Chr. verlor der Hatha-Yoga an Popularität, da sich die ursprünglich strengen religiösen Strömungen wieder durchsetzten. Der Zeitraum von 1600 bis 1900, in dem der Yoga in der Versenkung verschwand, bezeichnen wir auch als die Dunkle Zeit.
Anfang des 20. Jh. erfuhr der Yoga eine ungeahnte Wiederbelebung. Durch das Interesse europäischer Indologen und Religionswissenschaftler erwachten wichtige Grundlagentexte des Yoga aus einem Jahrhunderte langen Dämmerschlaf und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die alten Techniken wurden überprüft und den Bedürfnissen des modernen Menschen angepasst. Man begann mit ersten wissenschaftlichen Forschungen zu den Wirkungen des Yoga. Es entstand das Bedürfnis, die Botschaft des Yoga mit den Menschen anderer Kulturen zu teilen, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, gesünder, klarer und verantwortlicher zu werden.
Als Botschafter des Hinduismus begeisterte Swami Vivekananda sein Publikum mit seiner Rede auf dem Weltparlament der Religionen 1893 in Chicago. Die Rede, die Vivekananda dort hielt, hinterließ tiefe Spuren. Im Zentrum vieler Vorträge, die Vivekananda im Anschluss an seine Rede in ganz Amerika hielt, stand seine Neuinterpretation der traditionellen Yoga-Wege. Damit war der Anfang getan, Yoga-Gedanken im Westen auszubreiten. Viele indische Lehrer folgten erfolgreich seinem Beispiel. Weitere große Rollen bei der Verbreitung des Yoga im Westen spielten unter anderem Sri Aurobindo und die Theosophische Gesellschaft. Nach dem ersten Weltkrieg ging die Initiative zur Verbreitung des Yoga dann immer mehr in westliche Hände über.
In Europa tauchten der körperbetonte Hatha-Yoga und der klassische Yoga Patanjalis um 1930 auf.
Ungefähr ab den 60er Jahren wurde der Yoga zu einer populären Methode, allerdings mit dem Akzent eher zu einem gesundheits- und fitnessorientierten als einen spirituellen Übungsweg.
Erst in den späten 90er Jahren setzte sich im Yoga wieder mehr der Aspekt der Selbstfindung, der Selbstverwirklichung und der Spiritualität durch.
Jeder kann Yoga praktizieren. Denn im Yoga geht es nicht um akrobatische Verrenkungen, sondern, wie bereits gesagt, um die Fähigkeit, sich ausschließlich auf eine Sache ohne Ablenkung auszurichten. Das heißt: So individuell, wie die jeweiligen Fragen sind, die verschiedene Menschen an den Yoga und die Asana-Praxis haben können, so individuell muss auch die Antwort aussehen.
Später wurde das äußere Opfer mehr und mehr durch ein inneres Opfer ersetzt. Statt Reis, Blumen und Tieren opferte man nun z. B. symbolisch den Atem. Es entwickelte sich die Meditation darüber, was das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht. Diese vielfältigen Reflexionen fanden ab ca 800 v. Chr. in den Upanishaden ihren Niederschlag. In diesen Textsammlungen wurde in Gesprächsform zwischen Lehrer und Schüler über die existenziellen Fragen der Menschheit nachgedacht. Zu dieser Zeit entstand die Vorstellung von der Wiedergeburt, dem persönlichen Schicksal und Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung.
Einer der berühmten Texte, der den Weg des Yoga beschreibt, ist die Bhagavadgita (Der Gesang des Erhabenen). Sie gilt als die Heilige Schrift Indiens und ist das sechste Kapitel eines großen indischen Nationalepos, des Mahabharata. Hier legt der Gott Krishna dem Kriegshelden Arjuna den Weg des Yoga dar.
Die Yoga-Sutras, als der klassische Text für den Yoga, auf den sich heute beinahe alle Yogarichtungen beziehen, wurden, wie schon erwähnt, von Patanjali zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. verfasst. Patanjali begründete damit die systematische Wissenschaft des Yoga, die bis heute aktuell geblieben ist.
Ab ungefähr 500 n. Chr. wurden alle offiziellen Religionen Indiens von dem sich entwickelnden Tantrismus beeinflusst. Zum einen forderten die Tantriker, allen Menschen Zugang zur Religion zu gewähren. Erstmals wurde das religiöse Wissen, welches im Sanskrit geschrieben wurde und bis dahin nur privilegierten Personen zugänglich war, in die unzählig vielen regionalen Sprachen Indiens übersetzt. Zum anderen wurde der Körper im klassischen vortantristischen Yoga eher als Hindernis angesehen, so gewann der Körper durch den Einfluss des Tantrismus an Bedeutung. Weiterhin erfuhr das Weibliche im Tantrismus eine große Wertschätzung. Die Frau wurde als Verkörperung der großen Göttin verehrt. Diese matriarchalischen Einflüsse zeigten sich in verschiedenen sozialen Regeln. Junge Witwen durften wieder heiraten, die Witwenverbrennung wurde verboten und Frauen hatten erstmals seit langer Zeit wieder die Möglichkeit, ihrer spirituellen Rolle nachzugehen.
Damit waren die Voraussetzungen für die Entwicklung eines körperbezogenen Übungsweges, des Hatha-Yoga ungefähr 800 n. Chr. in Nordindien geschaffen. Der Hatha-Yoga stand im Mittelalter in Indien allen Menschen als Übungsweg offen, egal welcher Religion oder Kaste sie angehörten, auch Frauen war das Üben erlaubt.
Nach 1500 n. Chr. verlor der Hatha-Yoga an Popularität, da sich die ursprünglich strengen religiösen Strömungen wieder durchsetzten. Der Zeitraum von 1600 bis 1900, in dem der Yoga in der Versenkung verschwand, bezeichnen wir auch als die Dunkle Zeit.
Anfang des 20. Jh. erfuhr der Yoga eine ungeahnte Wiederbelebung. Durch das Interesse europäischer Indologen und Religionswissenschaftler erwachten wichtige Grundlagentexte des Yoga aus einem Jahrhunderte langen Dämmerschlaf und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die alten Techniken wurden überprüft und den Bedürfnissen des modernen Menschen angepasst. Man begann mit ersten wissenschaftlichen Forschungen zu den Wirkungen des Yoga. Es entstand das Bedürfnis, die Botschaft des Yoga mit den Menschen anderer Kulturen zu teilen, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, gesünder, klarer und verantwortlicher zu werden.
Als Botschafter des Hinduismus begeisterte Swami Vivekananda sein Publikum mit seiner Rede auf dem Weltparlament der Religionen 1893 in Chicago. Die Rede, die Vivekananda dort hielt, hinterließ tiefe Spuren. Im Zentrum vieler Vorträge, die Vivekananda im Anschluss an seine Rede in ganz Amerika hielt, stand seine Neuinterpretation der traditionellen Yoga-Wege. Damit war der Anfang getan, Yoga-Gedanken im Westen auszubreiten. Viele indische Lehrer folgten erfolgreich seinem Beispiel. Weitere große Rollen bei der Verbreitung des Yoga im Westen spielten unter anderem Sri Aurobindo und die Theosophische Gesellschaft. Nach dem ersten Weltkrieg ging die Initiative zur Verbreitung des Yoga dann immer mehr in westliche Hände über.
In Europa tauchten der körperbetonte Hatha-Yoga und der klassische Yoga Patanjalis um 1930 auf.
Ungefähr ab den 60er Jahren wurde der Yoga zu einer populären Methode, allerdings mit dem Akzent eher zu einem gesundheits- und fitnessorientierten als einen spirituellen Übungsweg.
Erst in den späten 90er Jahren setzte sich im Yoga wieder mehr der Aspekt der Selbstfindung, der Selbstverwirklichung und der Spiritualität durch.
Jeder kann Yoga praktizieren. Denn im Yoga geht es nicht um akrobatische Verrenkungen, sondern, wie bereits gesagt, um die Fähigkeit, sich ausschließlich auf eine Sache ohne Ablenkung auszurichten. Das heißt: So individuell, wie die jeweiligen Fragen sind, die verschiedene Menschen an den Yoga und die Asana-Praxis haben können, so individuell muss auch die Antwort aussehen.
18.02.2010
Gayatri Mantra
Gayatri Mantra -
Freie Übersetzung und Interpretation eines Mantras -
von Anantadas Günther Büsseler
OM BHUR BHUVAH SWAH
TAT SAVITUR VARENYAM
BHARGO DEVASYA DHIMAHI
DHIYO YO NAH PRACHODAYAT
Throughout the experience of life „THAT“ essential nature illuminating existence is the Adorable
ONE. May all beings perceive through subtle and meditative intellect the brilliance of enlightened awareness (Gayatri Meditation, Sangha ShantiMayi) Übersetzung: Die gesamte Erfahrung des Lebens hindurch ist „DAS“ allem zugrundeliegende Natur, alles enthüllende Dasein, das erfüllende EINE. Mögen alle Wesen durch feinen und meditativen Verstand die Genialität eines erleuchteten Bewußtseins erfahren. (Anantadas) Freie Übersetzung des Gayatri Mantras: Der Ursprung und die Wesensgrundlage des vollständigen Daseins und der gesamten Erfahrung des Lebens hindurch ist „DAS“ alles hervorbringende und nährende, verehrungs- und anbetungswürdige, aufklärend erhebende, das glanzvoll strahlend erfüllende EINE. Mögen alle Wesen zu höherer Einsicht und Weisheit geführt werden und durch feinen, klaren, wachen und meditativen Verstand die Genialität eines erleuchteten Bewußtseins erfahren. (Anantadas) Gayatri – heiligster Vers des Rigveda, wendet sich an die Sonne als Beleber und Inspirierer aller Wesen (Savitri), Gayatri wendet sich an die höchste Intelligenz, die Quelle allen Lichts, mit der Bitte, die begrenzte Intelligenz des Individuums zu beleben, zu nähren und zu inspirieren.
Tat savitur varenyam bhargo devasya dhimahi dhiyo yo nah pracodayat – Wir versenken uns in den erhabenen Glanz des Gottes Savita, der unsere höhere Einsicht inspirieren möge!(Spirituelles Wörterbuch) Wir meditieren über den Ruhm jenes Ishwara, der das ganze Universum erschaffen hat, der würdig ist, verehrt zu werden, der eine Verkörperung des Wissens und des Lichtes ist, der Sünden und Unwissenheit beseitigt. Möge er unseren Intellekt erleuchten.(Meditation und Mantras) Wir meditieren über Gott, der das physische, astrale und kausale Universum erschaffen hat, der das höchste Selbst ist, der verehrungswürdig ist, der das Unwissen beseitigt und alles mit seinem Licht erfüllt. Möge er unseren Geist (Intellekt) erleuchten.(Kirtan Heft, Yoga Vidya)
OM – Ursprung der Schöpfung, des Universum; Ausdruck des Absoluten; Verbindungspunkt zwischen absoluter und relativer Welt; Träger aller Daseinsebenen; Manifestation der spirituellen Kraft; Bhur – Erde; Erdenwelt; materielle Daseinsebene Bhuvah –Welt zwischen Erden- und Himmelswelt; astrale Daseinsebene Swah – Himmelswelt; reiner Bewußtseinszustand; kausale/göttliche Daseinsebene Tat –
DAS; Absolute; Unendliche; Alles umfassende und alles beinhaltende Savitur – Schöpfer Varenyam – verehrungswürdig; anbetungswürdig Bhargo – Glanz; Ruhm; Beseitiger der Unwissenheit Devasya – glänzend; scheinend, strahlend Dhimahi – Intuition, Meditation; Schaukraft; höhere Einsicht; Wir meditieren Dhiyo - Intellekt; Verstehen yo nah pracodayat – Welcher unsere höhere Einsicht inspirieren möge Yo – Der; Wer; Welcher Nah – Unser Prachodayat – erleuchten; führen; antreiben Auszüge aus der deutschen Übersetzung des Buchs „Sadhana“ von Swami Shivananda, für eine allgemeine Verständlichkeit sind Fachausdrücke und Worte in Sanskritsprache sinngemäß ins Deutsche übertragen (von Anantadas), Ergänzungen stehen alleine, oder die original Textteile direkt hinter der Übersetzung, in ( ) Klammern. Gayatri Sadhana (Spirituelle Praxis der Gayatri Mantra Rezitation)
Philosophie des Gayatri Sadhana
Von allen Mantras ist die höchste und machtvollste Kraft aller Kräfte das große glorreiche Gayatri Mantra. ... In der Tat, Gayatri ist eine undurchdringliche spirituelle Rüstung, eine wahre Festung, die ihren Verehrer bewahrt und beschützt, ihn göttlich macht und ihn mit dem strahlenden Licht der höchsten spirituellen Erleuchtung segnet. ..., die regelmäßige Wiederholung einiger Runden(Malas) des Gayatri täglich wird dir alles schenken, was für dich verheißungsvoll und hilfreich ist, jetzt und später. ...es ist nichts anderes als ein aufrichtiges Gebet um Licht, das sich an den allmächtigen, höchsten Geist richtet. Es ist wahrlich das einzige transzendentale Leitlicht für die Menschheit. Es liegt in der Natur des (Lichtes) Gayatri, daß es in jeder beliebigen Form und in jedem beliebigen Namen verehrt und angebetet werden kann. ...dieses „Tat Savituh“, diese Sonne, ist die große Sonne, die nicht von dieser Sonne und diesem Mond erhellt wird, und die das unpersönliche, absolute Allumfassende(Brahman) ist.
Deswegen ist es das größte Mantra und die regierende
Gottheit ist das reine universale Absolute(Para Brahman) selbst. Und doch kann es von jedem Suchenden angenommen werden, denn es ist zur Verehrung ...(aller Aspekte des Göttlichen, aller Gottheiten oder auch zur form-, namens- und eigenschaftslosen Verehrung des Absoluten gedacht). Auch als Angehöriger einer anderen (egal welcher) Religion oder Gesellschaftsschicht(Kaste) kann man Gayatri Sadhana machen, wenn man wirklich aufrichtig, ernsthaft und vertrauensvoll ist. Das Leben wird tatsächlich gesegnet sein. Liebe Suchende, erkennt die wunderbare Stärke des glorreichen Gayatri. Erkennt klar, welch kostbares Erbe ihr in diesem Mantra habt! Schätzt diese heilige Energie(Shakti), die die Seher(Rishis) von einst hinterlassen haben, nicht gering!
Das ist die einzige wahre Energie(Shakti), vor der Elektrizität, nukleare Radioaktivität und Atomkraft bloß als gewöhnliche flüchtige unerhebliche Belanglosigkeiten erscheinen. ...Es wird dich vor allen Gefahren bewahren, dir die unendliche Kraft geben, alle Schwierigkeiten zu überwinden, und dich zum höchsten Gipfel der Herrlichkeit, der Kraft, des Friedens und der Freude tragen.
Die Praxis von Gayatri Sadhana Der Schöpfergott(Brahma) molk gleichsam aus den drei heiligen Schriften(Veden) den Buchstaben A, den Buchstaben U und den Buchstaben M, formte durch ihre Verbindung drei dreiteilige Einsilber, zusammen mit drei mystischen Worten ~ Bhur, Bhuvah und Svah, Erde, Himmel und Himmelreich. Gleichfalls aus den drei Veden molk der Herr der Geschöpfe erfolgreich, unbegreifbar und erhaben die drei Versmaße dieses unaussprechlichen Textes, beginnend mit dem Wort Tat und genannt Savitri oder Gayatri ((Manu Smriti, Kap. III)).
So kam: OM Bhur Bhuva Svah;
Tat Saviturvarenyam;
Bhargo devasya dhimahi;
dhiyo yo nah Prachodayat.
„Meditieren wir über Gott(Ishwara) und Seine Herrlichkeit, der das Universum geschaffen hat, der verehrungswürdig ist, der alle Sünden und Unwissenheit beseitigt. Möge Er unseren Intellekt erhellen!“ .... Nun betest du zur verehrten Mutter der Schriften der höchsten Weisheit(Veden) ~ Gayatri; sie gebe dir einen reinen erhabenen(sattvigen) Intellekt, der dir helfen wird zu verwirklichen ~ „Aham Brahma Asmi“ ~ Ich bin das Absolute(Brahman). Das ist die nicht-dualistische(advaitische) Bedeutung des Gayatri. Fortgeschrittene Schüler im Yoga mögen diese Bedeutung nehmen: „Ich bin das höchste Licht aller Lichter, das dem Buddhi, der Intelligenz, das Licht gibt“. ...
Gayatri ist die Mutter der Veden und zerstört alle Sünden. Das einsilbige OM ist ein Sinnbild des Höchsten. Es gibt nichts Läuternderes auf der Erde als das Gayatri. Wiederholung(Japa) des Gayatri bringt dieselben Früchte wie die Rezitation aller Schriften(Veden) ... Dieses einzigartige Mantra, wenn es aufrichtig und mit klarem Bewußtsein wiederholt wird, bringt das höchste Gut. Gayatri vernichtet die vier Arten von Wunschzielen(Purushartha), nämlich Dharma, Artha, Kama und Moksha ~ Rechtschaffenheit, Reichtum, Wunschobjekte und Befreiung. Es zerstört die drei Granthis oder Knoten der Unwissenheit ~ Nichtwissen(Avidya), Begierde(Kama), Konsequenzen von Handlungen(Karma). Es ist ein großartiger Läuterer und schenkt klares Bewußtsein. Schließlich gibt das Gayatri Freiheit oder Befreiung vom Rad von Geburt und Tod (...von Verhaftung in der Dualität). Die Wiederholung des Gayatri bringt letztlich die Ansicht(Darshan) von Gayatri, führt zur Verwirklichung des nicht-dualistischen absoluten Allumfassenden(advaitischen Brahman), zur Einheit des Bewußtseins, zum Einssein, und der Suchende, der zu Beginn Mutter Gayaytri um Licht bat, singt nun in überschwenglicher Freude: „Ich bin das Licht aller Lichter, ich gebe der Intelligenz(Buddhi) Licht!“ Informationen: Haus Yoga Vidya
http://www.youtube.com/watch?v=d63COahIpVM
Gayatri mit Deva Premel
Freie Übersetzung und Interpretation eines Mantras -
von Anantadas Günther Büsseler
OM BHUR BHUVAH SWAH
TAT SAVITUR VARENYAM
BHARGO DEVASYA DHIMAHI
DHIYO YO NAH PRACHODAYAT
Throughout the experience of life „THAT“ essential nature illuminating existence is the Adorable
ONE. May all beings perceive through subtle and meditative intellect the brilliance of enlightened awareness (Gayatri Meditation, Sangha ShantiMayi) Übersetzung: Die gesamte Erfahrung des Lebens hindurch ist „DAS“ allem zugrundeliegende Natur, alles enthüllende Dasein, das erfüllende EINE. Mögen alle Wesen durch feinen und meditativen Verstand die Genialität eines erleuchteten Bewußtseins erfahren. (Anantadas) Freie Übersetzung des Gayatri Mantras: Der Ursprung und die Wesensgrundlage des vollständigen Daseins und der gesamten Erfahrung des Lebens hindurch ist „DAS“ alles hervorbringende und nährende, verehrungs- und anbetungswürdige, aufklärend erhebende, das glanzvoll strahlend erfüllende EINE. Mögen alle Wesen zu höherer Einsicht und Weisheit geführt werden und durch feinen, klaren, wachen und meditativen Verstand die Genialität eines erleuchteten Bewußtseins erfahren. (Anantadas) Gayatri – heiligster Vers des Rigveda, wendet sich an die Sonne als Beleber und Inspirierer aller Wesen (Savitri), Gayatri wendet sich an die höchste Intelligenz, die Quelle allen Lichts, mit der Bitte, die begrenzte Intelligenz des Individuums zu beleben, zu nähren und zu inspirieren.
Tat savitur varenyam bhargo devasya dhimahi dhiyo yo nah pracodayat – Wir versenken uns in den erhabenen Glanz des Gottes Savita, der unsere höhere Einsicht inspirieren möge!(Spirituelles Wörterbuch) Wir meditieren über den Ruhm jenes Ishwara, der das ganze Universum erschaffen hat, der würdig ist, verehrt zu werden, der eine Verkörperung des Wissens und des Lichtes ist, der Sünden und Unwissenheit beseitigt. Möge er unseren Intellekt erleuchten.(Meditation und Mantras) Wir meditieren über Gott, der das physische, astrale und kausale Universum erschaffen hat, der das höchste Selbst ist, der verehrungswürdig ist, der das Unwissen beseitigt und alles mit seinem Licht erfüllt. Möge er unseren Geist (Intellekt) erleuchten.(Kirtan Heft, Yoga Vidya)
OM – Ursprung der Schöpfung, des Universum; Ausdruck des Absoluten; Verbindungspunkt zwischen absoluter und relativer Welt; Träger aller Daseinsebenen; Manifestation der spirituellen Kraft; Bhur – Erde; Erdenwelt; materielle Daseinsebene Bhuvah –Welt zwischen Erden- und Himmelswelt; astrale Daseinsebene Swah – Himmelswelt; reiner Bewußtseinszustand; kausale/göttliche Daseinsebene Tat –
DAS; Absolute; Unendliche; Alles umfassende und alles beinhaltende Savitur – Schöpfer Varenyam – verehrungswürdig; anbetungswürdig Bhargo – Glanz; Ruhm; Beseitiger der Unwissenheit Devasya – glänzend; scheinend, strahlend Dhimahi – Intuition, Meditation; Schaukraft; höhere Einsicht; Wir meditieren Dhiyo - Intellekt; Verstehen yo nah pracodayat – Welcher unsere höhere Einsicht inspirieren möge Yo – Der; Wer; Welcher Nah – Unser Prachodayat – erleuchten; führen; antreiben Auszüge aus der deutschen Übersetzung des Buchs „Sadhana“ von Swami Shivananda, für eine allgemeine Verständlichkeit sind Fachausdrücke und Worte in Sanskritsprache sinngemäß ins Deutsche übertragen (von Anantadas), Ergänzungen stehen alleine, oder die original Textteile direkt hinter der Übersetzung, in ( ) Klammern. Gayatri Sadhana (Spirituelle Praxis der Gayatri Mantra Rezitation)
Philosophie des Gayatri Sadhana
Von allen Mantras ist die höchste und machtvollste Kraft aller Kräfte das große glorreiche Gayatri Mantra. ... In der Tat, Gayatri ist eine undurchdringliche spirituelle Rüstung, eine wahre Festung, die ihren Verehrer bewahrt und beschützt, ihn göttlich macht und ihn mit dem strahlenden Licht der höchsten spirituellen Erleuchtung segnet. ..., die regelmäßige Wiederholung einiger Runden(Malas) des Gayatri täglich wird dir alles schenken, was für dich verheißungsvoll und hilfreich ist, jetzt und später. ...es ist nichts anderes als ein aufrichtiges Gebet um Licht, das sich an den allmächtigen, höchsten Geist richtet. Es ist wahrlich das einzige transzendentale Leitlicht für die Menschheit. Es liegt in der Natur des (Lichtes) Gayatri, daß es in jeder beliebigen Form und in jedem beliebigen Namen verehrt und angebetet werden kann. ...dieses „Tat Savituh“, diese Sonne, ist die große Sonne, die nicht von dieser Sonne und diesem Mond erhellt wird, und die das unpersönliche, absolute Allumfassende(Brahman) ist.
Deswegen ist es das größte Mantra und die regierende
Gottheit ist das reine universale Absolute(Para Brahman) selbst. Und doch kann es von jedem Suchenden angenommen werden, denn es ist zur Verehrung ...(aller Aspekte des Göttlichen, aller Gottheiten oder auch zur form-, namens- und eigenschaftslosen Verehrung des Absoluten gedacht). Auch als Angehöriger einer anderen (egal welcher) Religion oder Gesellschaftsschicht(Kaste) kann man Gayatri Sadhana machen, wenn man wirklich aufrichtig, ernsthaft und vertrauensvoll ist. Das Leben wird tatsächlich gesegnet sein. Liebe Suchende, erkennt die wunderbare Stärke des glorreichen Gayatri. Erkennt klar, welch kostbares Erbe ihr in diesem Mantra habt! Schätzt diese heilige Energie(Shakti), die die Seher(Rishis) von einst hinterlassen haben, nicht gering!
Das ist die einzige wahre Energie(Shakti), vor der Elektrizität, nukleare Radioaktivität und Atomkraft bloß als gewöhnliche flüchtige unerhebliche Belanglosigkeiten erscheinen. ...Es wird dich vor allen Gefahren bewahren, dir die unendliche Kraft geben, alle Schwierigkeiten zu überwinden, und dich zum höchsten Gipfel der Herrlichkeit, der Kraft, des Friedens und der Freude tragen.
Die Praxis von Gayatri Sadhana Der Schöpfergott(Brahma) molk gleichsam aus den drei heiligen Schriften(Veden) den Buchstaben A, den Buchstaben U und den Buchstaben M, formte durch ihre Verbindung drei dreiteilige Einsilber, zusammen mit drei mystischen Worten ~ Bhur, Bhuvah und Svah, Erde, Himmel und Himmelreich. Gleichfalls aus den drei Veden molk der Herr der Geschöpfe erfolgreich, unbegreifbar und erhaben die drei Versmaße dieses unaussprechlichen Textes, beginnend mit dem Wort Tat und genannt Savitri oder Gayatri ((Manu Smriti, Kap. III)).
So kam: OM Bhur Bhuva Svah;
Tat Saviturvarenyam;
Bhargo devasya dhimahi;
dhiyo yo nah Prachodayat.
„Meditieren wir über Gott(Ishwara) und Seine Herrlichkeit, der das Universum geschaffen hat, der verehrungswürdig ist, der alle Sünden und Unwissenheit beseitigt. Möge Er unseren Intellekt erhellen!“ .... Nun betest du zur verehrten Mutter der Schriften der höchsten Weisheit(Veden) ~ Gayatri; sie gebe dir einen reinen erhabenen(sattvigen) Intellekt, der dir helfen wird zu verwirklichen ~ „Aham Brahma Asmi“ ~ Ich bin das Absolute(Brahman). Das ist die nicht-dualistische(advaitische) Bedeutung des Gayatri. Fortgeschrittene Schüler im Yoga mögen diese Bedeutung nehmen: „Ich bin das höchste Licht aller Lichter, das dem Buddhi, der Intelligenz, das Licht gibt“. ...
Gayatri ist die Mutter der Veden und zerstört alle Sünden. Das einsilbige OM ist ein Sinnbild des Höchsten. Es gibt nichts Läuternderes auf der Erde als das Gayatri. Wiederholung(Japa) des Gayatri bringt dieselben Früchte wie die Rezitation aller Schriften(Veden) ... Dieses einzigartige Mantra, wenn es aufrichtig und mit klarem Bewußtsein wiederholt wird, bringt das höchste Gut. Gayatri vernichtet die vier Arten von Wunschzielen(Purushartha), nämlich Dharma, Artha, Kama und Moksha ~ Rechtschaffenheit, Reichtum, Wunschobjekte und Befreiung. Es zerstört die drei Granthis oder Knoten der Unwissenheit ~ Nichtwissen(Avidya), Begierde(Kama), Konsequenzen von Handlungen(Karma). Es ist ein großartiger Läuterer und schenkt klares Bewußtsein. Schließlich gibt das Gayatri Freiheit oder Befreiung vom Rad von Geburt und Tod (...von Verhaftung in der Dualität). Die Wiederholung des Gayatri bringt letztlich die Ansicht(Darshan) von Gayatri, führt zur Verwirklichung des nicht-dualistischen absoluten Allumfassenden(advaitischen Brahman), zur Einheit des Bewußtseins, zum Einssein, und der Suchende, der zu Beginn Mutter Gayaytri um Licht bat, singt nun in überschwenglicher Freude: „Ich bin das Licht aller Lichter, ich gebe der Intelligenz(Buddhi) Licht!“ Informationen: Haus Yoga Vidya
http://www.youtube.com/watch?v=d63COahIpVM
Gayatri mit Deva Premel
Mudra
Die Mudra (Sanskrit, f., मुद्रा, mudrā, urspr.: „Siegel“) ist eine symbolische Handgeste (Handbewegung, Handstellung), die sowohl im alltäglichen Leben (siehe die Gruß-Geste Namaste), in der religiösen Praxis als auch im indischen Tanz ihre Anwendung findet. Übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet Mudra „das, was Freude bringt“. Mud heißt Freude, aber auch Geste, um den Göttern zu gefallen. Ra bedeutet „das, was gibt“.
Solche Gesten werden heutzutage vor allem mit der hinduistischen und buddhistischen (im letzten Fall insbesondere im esoterischen Buddhismus) Praxis in Verbindung gebracht und sind auch bei vielen Darstellungen von Buddhas, Bodhisattvas oder hinduistischen Gottheiten zu finden. Einerseits dienen sie der Darstellung einer religiösen Symbolik, andererseits haben sie auch eine ganz konkrete Funktion – etwa als Teil einer Reinigungshandlung, um zum Beispiel Wohnräume spirituell zu reinigen. Besonders im Tantrismus werden die Mudras komplexer und zahlreicher.
Für einige Richtungen des Yoga haben Mudras, über die symbolische Bedeutung hinausgehend, die Funktion, auf den Organismus zu wirken und sind so Teil der Yogapraxis. Die chinmudra (Zeigefinger und Daumen zusammen, Hände liegen auf den gekreuzten Beinen) soll den Energiefluss begünstigen. Die rechte Handfläche in der auf den gekreuzten Beinen liegenden Linken charakterisiert den Meditierenden (dhyanamudra). Die vishnumudra (Ringfinger und Daumen zusammen) wird bei Atemübungen eingesetzt. Mudra bezeichnet in den alten Hatha-Yoga-Texten energetisch, im besonderen Maße wirksame Übungen. In diesem Sinne kann jedes Asana (yogische Körperhaltung), wird dies in Verbindung mit bestimmten Konzentrationen ausgeführt, ebenfalls zur Mudra (z. B. Viparita Karani Mudra).
Für die Darstellungen von Gottheiten sind die Mudras ein wesentlicher Bestandteil. Die Stellung von Hand und Fingern deutet gewöhnlich eine Tätigkeit an, mit der die oder der Dargestellte beschäftigt ist, und diese Tätigkeit ist Ausdruck einer Idee. Die häufigste Mudra früherer Zeiten war die abhayamudra, welche die Idee „Fürchte dich nicht“ darstellt. Diese Mudra ist auch im Buddhismus sehr bekannt.
Zu einem Mudra im tantrischen Buddhismus gehören immer ein Mantra und Mandala. Zusammen bilden sie die drei Geheimnisse des Universums, Gedanke, Wort und Tat (jap. Sanmitsu).
Mudras spielen eine wichtige Rolle im klassischen indischen Tanz und im indischen Schauspiel.
Solche Gesten werden heutzutage vor allem mit der hinduistischen und buddhistischen (im letzten Fall insbesondere im esoterischen Buddhismus) Praxis in Verbindung gebracht und sind auch bei vielen Darstellungen von Buddhas, Bodhisattvas oder hinduistischen Gottheiten zu finden. Einerseits dienen sie der Darstellung einer religiösen Symbolik, andererseits haben sie auch eine ganz konkrete Funktion – etwa als Teil einer Reinigungshandlung, um zum Beispiel Wohnräume spirituell zu reinigen. Besonders im Tantrismus werden die Mudras komplexer und zahlreicher.
Für einige Richtungen des Yoga haben Mudras, über die symbolische Bedeutung hinausgehend, die Funktion, auf den Organismus zu wirken und sind so Teil der Yogapraxis. Die chinmudra (Zeigefinger und Daumen zusammen, Hände liegen auf den gekreuzten Beinen) soll den Energiefluss begünstigen. Die rechte Handfläche in der auf den gekreuzten Beinen liegenden Linken charakterisiert den Meditierenden (dhyanamudra). Die vishnumudra (Ringfinger und Daumen zusammen) wird bei Atemübungen eingesetzt. Mudra bezeichnet in den alten Hatha-Yoga-Texten energetisch, im besonderen Maße wirksame Übungen. In diesem Sinne kann jedes Asana (yogische Körperhaltung), wird dies in Verbindung mit bestimmten Konzentrationen ausgeführt, ebenfalls zur Mudra (z. B. Viparita Karani Mudra).
Für die Darstellungen von Gottheiten sind die Mudras ein wesentlicher Bestandteil. Die Stellung von Hand und Fingern deutet gewöhnlich eine Tätigkeit an, mit der die oder der Dargestellte beschäftigt ist, und diese Tätigkeit ist Ausdruck einer Idee. Die häufigste Mudra früherer Zeiten war die abhayamudra, welche die Idee „Fürchte dich nicht“ darstellt. Diese Mudra ist auch im Buddhismus sehr bekannt.
Zu einem Mudra im tantrischen Buddhismus gehören immer ein Mantra und Mandala. Zusammen bilden sie die drei Geheimnisse des Universums, Gedanke, Wort und Tat (jap. Sanmitsu).
Mudras spielen eine wichtige Rolle im klassischen indischen Tanz und im indischen Schauspiel.
Mantra
Mantra
(sanskrit, m., मन्त्र, mantra, wörtl.: „Instrument des Denkens, Rede“) bezeichnet eine meist kurze, formelhafte Wortfolge, die oft repetitiv rezitiert wird. Diese Wiederholungen des Mantras oder des Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa genannt. Mantras können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in Gedanken rezitiert werden. Im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga ist das Rezitieren von Mantras während der Meditation sowie im Gebet üblich.
Hinduismus
Das Rezitieren eines Mantras kann dem Freisetzen mentaler und spiritueller Energien dienen, oft auch als Gebet. Jede Silbe und jedes Wort während einer Puja, eines hinduistischen Gottesdienstes, gilt als Mantra. Die äußeren Tätigkeiten des Priesters erhalten ihren Sinn und ihre Wirksamkeit erst durch das Rezitieren der vorgeschriebenen Worte, ähnlich wie etwa die vom Priester gesprochenen Worte der Opferung und Wandlung in einem katholischen Gottesdienst. Zu den ältesten langen Mantras gehören die Opferformeln und Gebete der Veden.
Bestimmte Kombinationen von Mantras sind auch als Beschwörungsformeln, etwa gegen Schlangen, Dämonen oder andere negative Kräfte, in Gebrauch. Wie schon im vedischen Ritus, wo die richtig intonierte Formel eine wichtige Funktion als wirksame Kraft erfüllte, misst man auch im Hinduismus dem Klang und dem Gesang religiösen Wert und Wirksamkeit bei.
Hinduistische Schüler erhalten nach der Einweihung in den Ritus in der Regel vom Guru ein persönliches Mantra. Diese Formel muss geheim gehalten werden und soll der Schatz des Gläubigen sein.
Man unterscheidet drei Arten von Mantras:
Saguna, wörtlich „mit Form“, richten sich an eine bestimmte Gottheit bzw. an einen bestimmten Aspekt Gottes.
Nirguna, wörtlich „ohne Form“, richten sich an das formlose Göttliche.
Bija oder bija-akshara sind einsilbige Keim-Mantras, die speziell in der Meditation oder in Zeremonien verwendet werden, und nach hinduistischer Lehre auch auf das jeweilige Energiezentrum, das Chakra wirken können (HAM – Äther, YAM – Luft, RAM – Feuer, VAM – Wasser, LAM – Erde).
Das bekannteste Bija Mantra ist Om, das für Hindus wichtigste Mantra überhaupt, das alle anderen in sich enthält (Pranava). Andere Bija-Mantras wie Haum, Gum, Krim, Shrim und Aim repräsentieren bestimmte spirituelle Kräfte, denen im Hinduismus auch bestimmte Devas entsprechen, die mit längeren Mantras meditativ angerufen werden.
Buddhismus
Im Buddhismus werden heilige Sätze oder Silben als Mantras angewendet. Im Vajrayana-Buddhismus (tibetische Tradition und japanisches Shingon) sind Mantras (tib. „ngag“, orth. sngags) so bedeutsam, dass man diese Tradition verschiedentlich auch Mantrayana („Mantra-Fahrzeug“, tib. sngags kyi theg pa) nennt.
Mantras in Tibet sind in der Regel in Sanskrit überliefert, wobei die Transliteration (in tibetischer Schrift) eindeutig, die Aussprache mitunter verändert ist. Wie im Hinduismus werden Mantras von qualifizierten Lehrern während einer Einweihung (tib. dbang bskur) auf die Schüler übertragen. Es gibt aber auch Mantras (teilweise) in tibetischer Sprache, beispielsweise für die Referenz auf berühmte tibetische Heilige (z. B. Milarepa).
Jeder Buddha wird über ein eigenes langes Mantra angerufen und visualisiert.
Anwendung
Im wesentlichen handelt es sich bei Mantras um „Kernaussagen“ (oder „Merksprüche“), die traditionell in ihrer Ursprungssprache (meist Sanskrit) belassen werden. Im Rahmen einer Sadhana-Rezitation ist es also möglich, dass man unabhängig von der benützten Sprache einen mantrischen Satz in Sanskrit sagt, wenn man sich die Leerheit bewußtmacht (z. B. OM sobhawa shuddha sarwa dharma sobhawa shuddho HAM) oder wenn man Darbringungen an die Buddhas macht (z. B. I dam gu ru ratna mandalakam niryatayami), oder konkreter die einzelnen Darbringungen benennt (z. B. OM shabda AH HUM); schließlich verweilt man in Meditation, indem man zumindest anfangs das Mantra des Yidam (d. h., des Buddha, auf den man meditiert) rezitiert. Dadurch wird der Geist durch die Vorstellung (Visualisierung) und das Sprechen des Mantras am Meditationsobjekt festgehalten. Das langwährende Rezitieren des Mantras ist eine Stütze, um meditativ im gewünschten Denken zu verweilen. Die Mantra-Rezitation geht schließlich über in ein ruhiges Verweilen in der Erfahrung des Meditationsobjekts (d. h., ohne Stütze).
Aufbau
Man kann weiterhin unterscheiden zwischen Keimsilben (skt. bīja, z. B. OM, AH, HUM, HRIH), denen bestimmte Funktionen im Energiesystem zugeordnet sind, und anderen Bestandteilen wie Kernaussagen (z. B. „Alles wird zu Leerheit“, „Juwel im Lotus“, „Wohlgerüche“) oder Namen von Buddhas (z. B. Amidewa = Amitabha) oder Gurus. Häufig beginnt und endet ein Mantra mit einer Keimsilbe, dazwischen ist eine Aussage (z. B. OM A mi de wa HRIH = OM Amitabha HRIH). Weiterhin beginnen viele Mantras mit teyatha (orth. ta dya tha) und enden mit HUM oder soha (orth. svah Hah) (vgl. Amen).
Funktion
Das Mantra ist eine bestimmte Schwingung und damit ein Aspekt der Urschwingung, die im Hinduismus als Shabda oder Nama und in der Kabbala als Schem bezeichnet wird. Eine Mehrfachkonzentration und Visualisierung mit Farbe und Bedeutung verstärkt und verändert die Wirkung. Dabei ist die Wirkung von der Kraft des Meditierenden abhängig und von der Dauer der Wirkung der Schwingung.
Das Mantra dient in der Meditation der Transformation des Meditierenden. Dadurch, dass ein Mantra einer bestimmten Geisteshaltung (bzw. einem Buddha) zugeordnet ist, wird dessen Rezitation zur Hervorbringung dieser Geisteshaltung genützt, und durch die Benennung (z. B. mittels der Keimsilben) wird die Aufmerksamkeit z. B. auf bestimmte Energiepositionen im Körper gelenkt.
Beispiele
Aus der hinduistischen Tradition
Om, oft auch Aum geschrieben, da es sich phonetisch aus den Lauten /a/, /u/ und /m/ zusammensetzt.
SO-HAM („Ich bin, der ich bin.“)
Om namah Shivaya („Om, Ehre sei dem Shiva“)
Aus der buddhistischen Tradition
Om mani padme hum („Om, Juwelen-Lotus“; oft ungenau übersetzt als „O du Kleinod in der Lotosblüte“; bezieht sich auf das allumfassende Mitgefühl für alle Wesen) – Dieses im Kagyü auch „liebevolle Augen“ genannte Mantra richtet sich an den Bodhisattva des universellen Mitgefühls Avalokiteshvara, tibetisch Chenrezig.
Om ami dewa hri (Buddha des Grenzenlosen Lichts, Öpame oder Amitabha)
Namo amitabha buddhaya (Zuflucht zum Amitabha)
Om tare tu tare ture soha (Zuflucht zum weiblichen Buddha Grüne Tara)
Namu Myōhō Renge Kyō
Siehe auch
Dharani
Affirmation
Vocal meditation
Anrufung
Namensgebet
Literatur
Huchzermeyer, Wilfried: Das Geheimnis der Mantra-Kraft. edition-sawitri.de, ISBN 3-931172-07-4.
Huchzermeyer, Wilfried: Nada Yantra Mantra – Sphären des Klangs. edition-sawitri.de, ISBN 3-931172-08-2.
K. Parvathi Kumar: Mantren. Bedeutung und Anwendung, Edition Kulapati, Deutschland, 2000, ISBN 3-930637-20-0
(sanskrit, m., मन्त्र, mantra, wörtl.: „Instrument des Denkens, Rede“) bezeichnet eine meist kurze, formelhafte Wortfolge, die oft repetitiv rezitiert wird. Diese Wiederholungen des Mantras oder des Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa genannt. Mantras können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in Gedanken rezitiert werden. Im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga ist das Rezitieren von Mantras während der Meditation sowie im Gebet üblich.
Hinduismus
Das Rezitieren eines Mantras kann dem Freisetzen mentaler und spiritueller Energien dienen, oft auch als Gebet. Jede Silbe und jedes Wort während einer Puja, eines hinduistischen Gottesdienstes, gilt als Mantra. Die äußeren Tätigkeiten des Priesters erhalten ihren Sinn und ihre Wirksamkeit erst durch das Rezitieren der vorgeschriebenen Worte, ähnlich wie etwa die vom Priester gesprochenen Worte der Opferung und Wandlung in einem katholischen Gottesdienst. Zu den ältesten langen Mantras gehören die Opferformeln und Gebete der Veden.
Bestimmte Kombinationen von Mantras sind auch als Beschwörungsformeln, etwa gegen Schlangen, Dämonen oder andere negative Kräfte, in Gebrauch. Wie schon im vedischen Ritus, wo die richtig intonierte Formel eine wichtige Funktion als wirksame Kraft erfüllte, misst man auch im Hinduismus dem Klang und dem Gesang religiösen Wert und Wirksamkeit bei.
Hinduistische Schüler erhalten nach der Einweihung in den Ritus in der Regel vom Guru ein persönliches Mantra. Diese Formel muss geheim gehalten werden und soll der Schatz des Gläubigen sein.
Man unterscheidet drei Arten von Mantras:
Saguna, wörtlich „mit Form“, richten sich an eine bestimmte Gottheit bzw. an einen bestimmten Aspekt Gottes.
Nirguna, wörtlich „ohne Form“, richten sich an das formlose Göttliche.
Bija oder bija-akshara sind einsilbige Keim-Mantras, die speziell in der Meditation oder in Zeremonien verwendet werden, und nach hinduistischer Lehre auch auf das jeweilige Energiezentrum, das Chakra wirken können (HAM – Äther, YAM – Luft, RAM – Feuer, VAM – Wasser, LAM – Erde).
Das bekannteste Bija Mantra ist Om, das für Hindus wichtigste Mantra überhaupt, das alle anderen in sich enthält (Pranava). Andere Bija-Mantras wie Haum, Gum, Krim, Shrim und Aim repräsentieren bestimmte spirituelle Kräfte, denen im Hinduismus auch bestimmte Devas entsprechen, die mit längeren Mantras meditativ angerufen werden.
Buddhismus
Im Buddhismus werden heilige Sätze oder Silben als Mantras angewendet. Im Vajrayana-Buddhismus (tibetische Tradition und japanisches Shingon) sind Mantras (tib. „ngag“, orth. sngags) so bedeutsam, dass man diese Tradition verschiedentlich auch Mantrayana („Mantra-Fahrzeug“, tib. sngags kyi theg pa) nennt.
Mantras in Tibet sind in der Regel in Sanskrit überliefert, wobei die Transliteration (in tibetischer Schrift) eindeutig, die Aussprache mitunter verändert ist. Wie im Hinduismus werden Mantras von qualifizierten Lehrern während einer Einweihung (tib. dbang bskur) auf die Schüler übertragen. Es gibt aber auch Mantras (teilweise) in tibetischer Sprache, beispielsweise für die Referenz auf berühmte tibetische Heilige (z. B. Milarepa).
Jeder Buddha wird über ein eigenes langes Mantra angerufen und visualisiert.
Anwendung
Im wesentlichen handelt es sich bei Mantras um „Kernaussagen“ (oder „Merksprüche“), die traditionell in ihrer Ursprungssprache (meist Sanskrit) belassen werden. Im Rahmen einer Sadhana-Rezitation ist es also möglich, dass man unabhängig von der benützten Sprache einen mantrischen Satz in Sanskrit sagt, wenn man sich die Leerheit bewußtmacht (z. B. OM sobhawa shuddha sarwa dharma sobhawa shuddho HAM) oder wenn man Darbringungen an die Buddhas macht (z. B. I dam gu ru ratna mandalakam niryatayami), oder konkreter die einzelnen Darbringungen benennt (z. B. OM shabda AH HUM); schließlich verweilt man in Meditation, indem man zumindest anfangs das Mantra des Yidam (d. h., des Buddha, auf den man meditiert) rezitiert. Dadurch wird der Geist durch die Vorstellung (Visualisierung) und das Sprechen des Mantras am Meditationsobjekt festgehalten. Das langwährende Rezitieren des Mantras ist eine Stütze, um meditativ im gewünschten Denken zu verweilen. Die Mantra-Rezitation geht schließlich über in ein ruhiges Verweilen in der Erfahrung des Meditationsobjekts (d. h., ohne Stütze).
Aufbau
Man kann weiterhin unterscheiden zwischen Keimsilben (skt. bīja, z. B. OM, AH, HUM, HRIH), denen bestimmte Funktionen im Energiesystem zugeordnet sind, und anderen Bestandteilen wie Kernaussagen (z. B. „Alles wird zu Leerheit“, „Juwel im Lotus“, „Wohlgerüche“) oder Namen von Buddhas (z. B. Amidewa = Amitabha) oder Gurus. Häufig beginnt und endet ein Mantra mit einer Keimsilbe, dazwischen ist eine Aussage (z. B. OM A mi de wa HRIH = OM Amitabha HRIH). Weiterhin beginnen viele Mantras mit teyatha (orth. ta dya tha) und enden mit HUM oder soha (orth. svah Hah) (vgl. Amen).
Funktion
Das Mantra ist eine bestimmte Schwingung und damit ein Aspekt der Urschwingung, die im Hinduismus als Shabda oder Nama und in der Kabbala als Schem bezeichnet wird. Eine Mehrfachkonzentration und Visualisierung mit Farbe und Bedeutung verstärkt und verändert die Wirkung. Dabei ist die Wirkung von der Kraft des Meditierenden abhängig und von der Dauer der Wirkung der Schwingung.
Das Mantra dient in der Meditation der Transformation des Meditierenden. Dadurch, dass ein Mantra einer bestimmten Geisteshaltung (bzw. einem Buddha) zugeordnet ist, wird dessen Rezitation zur Hervorbringung dieser Geisteshaltung genützt, und durch die Benennung (z. B. mittels der Keimsilben) wird die Aufmerksamkeit z. B. auf bestimmte Energiepositionen im Körper gelenkt.
Beispiele
Aus der hinduistischen Tradition
Om, oft auch Aum geschrieben, da es sich phonetisch aus den Lauten /a/, /u/ und /m/ zusammensetzt.
SO-HAM („Ich bin, der ich bin.“)
Om namah Shivaya („Om, Ehre sei dem Shiva“)
Aus der buddhistischen Tradition
Om mani padme hum („Om, Juwelen-Lotus“; oft ungenau übersetzt als „O du Kleinod in der Lotosblüte“; bezieht sich auf das allumfassende Mitgefühl für alle Wesen) – Dieses im Kagyü auch „liebevolle Augen“ genannte Mantra richtet sich an den Bodhisattva des universellen Mitgefühls Avalokiteshvara, tibetisch Chenrezig.
Om ami dewa hri (Buddha des Grenzenlosen Lichts, Öpame oder Amitabha)
Namo amitabha buddhaya (Zuflucht zum Amitabha)
Om tare tu tare ture soha (Zuflucht zum weiblichen Buddha Grüne Tara)
Namu Myōhō Renge Kyō
Siehe auch
Dharani
Affirmation
Vocal meditation
Anrufung
Namensgebet
Literatur
Huchzermeyer, Wilfried: Das Geheimnis der Mantra-Kraft. edition-sawitri.de, ISBN 3-931172-07-4.
Huchzermeyer, Wilfried: Nada Yantra Mantra – Sphären des Klangs. edition-sawitri.de, ISBN 3-931172-08-2.
K. Parvathi Kumar: Mantren. Bedeutung und Anwendung, Edition Kulapati, Deutschland, 2000, ISBN 3-930637-20-0
OM ॐ
Klang
Der Klang steht für den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstand. Es bezeichnet die höchste Gottesvorstellung, das formlose Brahman, die unpersönliche Weltseele. Diese umfasst das Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten.
Om ist das umfassendste und erhabenste Symbol der hinduistischen Metaphysik und wurde zum ersten Mal in den Upanishaden verwendet. Später wurde Om als die Verbindung der drei Klänge a, u, m zum Objekt mystischer Meditation. Unter anderem symbolisiert es die Triade von Vishnu, Shiva und Brahma. Es korrespondiert mit den Zuständen des Wachens, des Träumens, des Tiefschlafs und der tiefsten Ruhe. In allen hinduistischen Religionen gilt es als das heiligste aller Mantren.
Gegenwart des Absoluten
Om spielt auch im Buddhismus, vor allem im Vajrayana als mantrische Silbe eine große Rolle. Om ist sowohl ein Symbol der Form als auch des Klanges und bezeichnet die Gegenwart des Absoluten. Die heilige Silbe ist Gegenstand unzähliger philosophischer Spekulationen der verschiedenen Glaubensströmungen. Joachim Ernst Berendt vergleicht es mit dem christlichen Amen.
Om-Zeichen
In den indischen Schriften wird die Silbe Om durch ein spezielles Zeichen dargestellt. Das Om-Zeichen in der Devanagari-Schrift (ॐ) wird oft als Symbol des Hinduismus wahrgenommen.
Siehe auch
Mantra
Ōmu Shinrikyō
Literatur
Philosophie und Religion Indiens, Heinrich Zimmer, 1. Aufl., Frankfurt am Main 1973, S. 333-339.
Hindu Symbology and other Essays, Sri Ramakrishna Math, Madras, India
Hindu Shastras and Samskaras, by V.A.k. Ayer, Bharatiya Vidya Bhavan, Bombay
Der Klang steht für den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstand. Es bezeichnet die höchste Gottesvorstellung, das formlose Brahman, die unpersönliche Weltseele. Diese umfasst das Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten.
Om ist das umfassendste und erhabenste Symbol der hinduistischen Metaphysik und wurde zum ersten Mal in den Upanishaden verwendet. Später wurde Om als die Verbindung der drei Klänge a, u, m zum Objekt mystischer Meditation. Unter anderem symbolisiert es die Triade von Vishnu, Shiva und Brahma. Es korrespondiert mit den Zuständen des Wachens, des Träumens, des Tiefschlafs und der tiefsten Ruhe. In allen hinduistischen Religionen gilt es als das heiligste aller Mantren.
Gegenwart des Absoluten
Om spielt auch im Buddhismus, vor allem im Vajrayana als mantrische Silbe eine große Rolle. Om ist sowohl ein Symbol der Form als auch des Klanges und bezeichnet die Gegenwart des Absoluten. Die heilige Silbe ist Gegenstand unzähliger philosophischer Spekulationen der verschiedenen Glaubensströmungen. Joachim Ernst Berendt vergleicht es mit dem christlichen Amen.
Om-Zeichen
In den indischen Schriften wird die Silbe Om durch ein spezielles Zeichen dargestellt. Das Om-Zeichen in der Devanagari-Schrift (ॐ) wird oft als Symbol des Hinduismus wahrgenommen.
Siehe auch
Mantra
Ōmu Shinrikyō
Literatur
Philosophie und Religion Indiens, Heinrich Zimmer, 1. Aufl., Frankfurt am Main 1973, S. 333-339.
Hindu Symbology and other Essays, Sri Ramakrishna Math, Madras, India
Hindu Shastras and Samskaras, by V.A.k. Ayer, Bharatiya Vidya Bhavan, Bombay
Nadis
Nadi (Yoga)
Mit Nadi (sanskrit = Kanal, Röhre) werden im Yoga und im Tantra feinstoffliche Energieleitbahnen bezeichnet, die den Körper durchziehen und mit Prana (Lebensenergie) versorgen (ähnlich dem Prinzip der Meridiane in der Traditionellen Chinesischen Medizin). Der Begriff Nadi wird wahrscheinlich abgeleitet von der Wurzel nad = Bewegung, Antrieb, Schwingung.
In den alten Schriften finden sich unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Nadis. In der Siva-Samhita ist von 350.000 Nadis die Rede, die Hatha Yoga Pradipika (ca. 1500 n. Chr.) erwähnt 72.000 Nadis. In der Yogapraxis sind aber nur die drei Hauptleitbahnen, genannt Sushumna, Ida und Pingala, von Bedeutung. Die meisten Nadis entspringen dem „Kanda“ genannten Bereich am Beckenboden.
Manche Theorien gehen davon aus, dass Ida an der rechten Seite entspringt, links der Wirbelsäule verläuft bis zum linken Nasenloch, dementsprechend Pingala an der linken Seite entspringt, rechts der Wirbelsäule verläuft bis zum rechten Nasenloch. Anderen Theorien zufolge verlaufen sie spiralförmig und kreuzen sich auf der Höhe der Chakras. Gemäß der Yoga-Lehre wird Ida dem weiblichen Prinzip (Qualitäten: kühlend, beruhigend) und Pingala dem männlichen Prinzip zugeordnet (Qualitäten: erhitzend, anregend).
Literatur
Hrsg. BDY (Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland): Der Weg des Yoga, Verlag Via Nova
Mit Nadi (sanskrit = Kanal, Röhre) werden im Yoga und im Tantra feinstoffliche Energieleitbahnen bezeichnet, die den Körper durchziehen und mit Prana (Lebensenergie) versorgen (ähnlich dem Prinzip der Meridiane in der Traditionellen Chinesischen Medizin). Der Begriff Nadi wird wahrscheinlich abgeleitet von der Wurzel nad = Bewegung, Antrieb, Schwingung.
In den alten Schriften finden sich unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Nadis. In der Siva-Samhita ist von 350.000 Nadis die Rede, die Hatha Yoga Pradipika (ca. 1500 n. Chr.) erwähnt 72.000 Nadis. In der Yogapraxis sind aber nur die drei Hauptleitbahnen, genannt Sushumna, Ida und Pingala, von Bedeutung. Die meisten Nadis entspringen dem „Kanda“ genannten Bereich am Beckenboden.
Manche Theorien gehen davon aus, dass Ida an der rechten Seite entspringt, links der Wirbelsäule verläuft bis zum linken Nasenloch, dementsprechend Pingala an der linken Seite entspringt, rechts der Wirbelsäule verläuft bis zum rechten Nasenloch. Anderen Theorien zufolge verlaufen sie spiralförmig und kreuzen sich auf der Höhe der Chakras. Gemäß der Yoga-Lehre wird Ida dem weiblichen Prinzip (Qualitäten: kühlend, beruhigend) und Pingala dem männlichen Prinzip zugeordnet (Qualitäten: erhitzend, anregend).
Literatur
Hrsg. BDY (Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland): Der Weg des Yoga, Verlag Via Nova
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