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Komm, wer du auch seiest!
Wanderer, Anbeter,
Liebhaber des Loslassens,komm.
Dies ist keine Karawane der Verzweiflung.
Auch wenn du deinen Eid tausendmal gebrochen hast,
komm nur,und noch einmal:
komm.
Rumi
Mehr Info:
Kontakt und Anmeldung,
Lokhas Samastha Sukino Bhavantu
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02.06.2010
12.04.2010
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18.03.2010
Navaratri . Durga Puja

Durga Puja oder Navaratri
Gruß an die Göttliche Mutter Durga, welche in allen Geschöpfen in Form von Intelligenz, Barmherzigkeit und Schönheit existiert. Sie ist die Gemahlin von Shiva, welcher das Universum erschafft, erhält und zerstört.
Das Navaratri-Fest wird zweimal im Jahr begangen, einmal im Monat Chaitra (April/Mai) und einmal im Monat Aswayuja (September/Oktober). Sommer- und Winteranfang sind zwei wichtige klimatische Wendepunkte und werden daher als heilige Gelegenheiten zur Verehrung der Göttlichen Mutter angesehen. Entsprechend den Veränderungen in der Natur unterliegen auch der menschliche Körper und Geist in dieser Zeit beachtlichen Veränderungen.
Im April/Mai wird Rama-Navaratri (= Ramnavmi) zu Ehren Ramas begangen und im September/Oktober Durga Navaratri zu Ehren der Göttlichen Mutter. Neun Tage werden die neun Manifestationen Durgas verehrt. Navaratri heißt wörtlich „neun Nächte“. Anhänger Durgas fasten während dieser Zeit. Brahmanen (Angehörige der Priesterkaste) werden bewirtet und man bittet um Gesundheit und Wohlstand.
An Navaratri wird die Durga-Puja, ein Ritual zur Verehrung Durgas, in verschiedenen Teilen Indiens auf unterschiedliche Weise begangen. Alle Feierlichkeiten haben jedoch das Ziel, Shakti, die Göttin in ihrem Aspekt als kosmische Energie, versöhnlich zu stimmen, damit sie den Menschen Reichtum, Erfolg, Wohlergehen, spirituelles und weltliches Wissen, Kraft und Macht verleihen möge. Was auch immer der besondere Wunsch des Einzelnen an die Göttin sein mag, welchen speziellen Segen man von ihr erbitten mag, dahinter steht immer – bewußt oder unbewußt – Versöhnung, Verehrung und Verbindung mit der Göttin. Sie segnet und beschützt alle mit ihrer liebevollen Güte.
Durga Navaratri beginnt am ersten und endet am zehnten Tag nach Neumond des Monats Aswayuja (September/Oktober). Das Fest erinnert an den Sieg von Durga über Mahishasura, den büffelköpfigen Dämon. In Bengalen wird ihr Bild neun Tage lang verehrt und dann dem Wasser übergeben. Der zehnte Tag heißt Vijaya Dasami oder Dussera (der “zehnte Tag”). Am zehnten Tag werden in den Dörfern und Städten Prozessionen mit einem Durga-Bildnis abgehalten.
Eine andere Hintergrundgeschichte für Navaratri: Die Mutter Durgas, die Gemahlin des Königs des Himalaya, sehnte sich danach, ihre Tochter wiederzusehen. Shiva gestattete Durga nur für neun Tage im Jahr die geliebte Mutter zu besuchen. Navaratri ist eine Erinnerung an diesen kurzen Besuch und endet mit Vijaya Dashami, dem Tag, an dem die Göttin zu Shiva zum Berg Kailash zurückkehrte.
In Bengalen ist die Durga-Puja ein großes Fest. Wer nicht mehr bei der Familie wohnt, kehrt in dieser Zeit nach Hause zurück, um Navaratri als Familienfest zu feiern.
Der Töpfer zeigt sein Geschick beim Modellieren seiner Werke, der Maler beim Malen seiner Bilder, der Musiker beim Spielen seines Instruments und der Priester beim Rezitieren der heiligen Schriften. Die Bengalen sparen das ganze Jahr über auf das Navaratri-Fest. An die Brahmanen wird reichlich Kleidung verteilt. Die bengalischen Frauen heißen die Göttin mit mütterlicher Liebe willkommen. Wenn sie dann am letzten Tag des Festes das Bild der Göttin im Wasser versenken, ist das ein symbolisches Abschiedsritual für die Tochter, die heiratet und in das Haus ihres Mannes zieht. Sie vergießen mütterliche Tränen dabei. Auf diese Weise wird der Abschied Durgas von ihrer geliebten Mutter begangen.
Die Durga-Puja ist das größte hinduistische Fest zur Verehrung des mütterlichen Gottesaspektes. Der Hinduismus ist die einzige Religion der Welt, in der der mütterliche Aspekt Gottes so sehr hervorgehoben wird. Die Beziehung zur eigenen Mutter ist die teuerste und liebste aller menschlichen Beziehungen. Insofern ist es auch angemessen, Gott als Mutter anzusehen und zu verehren.
Durga repräsentiert die “Göttliche Mutter”, den energetischen Aspekt Gottes. Ohne Durga kann Shiva (reines Bewusstsein) sich nicht ausdrücken und ohne Shiva kann Durga sich nicht manifestieren. Shiva ist die Seele Durgas. Durga und Shiva sind dasselbe. Shiva ist der stille Zeuge. Er ist bewegungslos und vollkommen unveränderlich, unberührt vom kosmischen Spiel. Es ist Durga, die handelt und wirkt.
Shakti ist die allmächtige Kraft Gottes, die kosmische Energie. Sie wird dargestellt mit zehn verschiedenen Waffen in den Händen, auf einem Löwen reitend. Durch die drei in der Natur wirkenden Eigenschaften Sattwa (Reinheit), Rajas (Aktivität), und Tamas (Trägheit, Dunkelheit) hält sie das göttliche Spiel aufrecht. Wissen, Frieden, Lust, Zorn, Gier, Egoismus und Stolz – all das sind Erscheinungsformen dieser kosmischen Energie.
Die Devi Sukta (Hymne der Göttin) des Rig Veda Samhita (älteste ind. heilige Schrift) handelt von Vak, der Tochter des Weisen Anbhirna, die die Sprache symbolisiert. Sie erkennt ihre Identität mit der Göttlichen Mutter, mit jener höchsten göttlichen Kraft, die sich im ganzen Universum in Göttern, Menschen und Tieren und den Geschöpfen des tiefen Ozeans manifestiert.
In der Kena Upanishad ist beschrieben, dass die göttliche Mutter Indra und den Göttern Weisheit verlieh und das die Götter nur mit Hilfe der Kraft der Höchsten Göttin fähig waren, die Dämonen zu besiegen.
Die Verehrung von Devi, der universellen Mutter, führt zur Erkenntnis des Selbst, wie die Geschichte “Yaksha Prasna” aus der Kena Upanishad anschaulich unterstreicht. Sie erzählt wie Uma, die Göttliche Mutter, den Göttern die Wahrheit lehrt. In gleicher Weise verleiht die Göttin Shakti ihren Anhängern Weisheit.
Die Verehrung Devis ist demnach gleichbedeutend mit Verehrung der göttlichen Herrlichkeit, Größe und Allmacht. Devi ist weder eine streitbare Dämonin noch Eigentum der Hindus. Devi gehört nicht zu irgendeiner Religion, sondern repräsentiert die Kraft Gottes, das göttliche Bewusstsein. Die Namen Devi, Shakti, Durga usw. und die Vorstellung der damit verbundenen verschiedenen Formen sind lediglich Zugeständnisse an die Grenzen des menschlichen Geistes; sie sind keineswegs umfassende Definitionen dieser kosmischen schöpferischen Energie (Shakti).
Das Urbild, Adi Shakti (adi = Ursprung, Anfang), geht über das menschliche Verstehen hinaus. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: “Dies ist nur Meine niedere Natur. Jenseits davon ist Meine höhere Natur, das Lebensprinzip an sich, welches das ganze Universum erhält.”
In den Upanishaden heißt es: “Die höchste Kraft Gottes drückt sich auf vielerlei Weise aus. Diese Kraft ist das Wesen Gottes, welches sich als Wissen, Stärke und Tatkraft manifestiert.”
In Wahrheit sind alle Wesen des Universums Shakti-Verehrer - ob sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht. Denn es gibt niemanden, der nicht liebt und in irgendeiner Form nach Macht und Kraft strebt. Physiker und andere Wissenschaftler haben mittlerweile den Beweis erbracht, dass alles reine, unerschöpfliche Energie ist. Diese Energie ist nur eine Form der göttlichen Shakti, die in jeder Gestalt vorhanden ist.
Ein Kind ist normalerweise mit der Mutter vertrauter als mit dem Vater, weil die Mutter freundlich, liebevoll, zärtlich und herzlich ist und die Bedürfnisse des Kindes befriedigt. Auch im spirituellen Sinne hat der Aspirant (Schüler, Sucher) oder der Anhänger - das spirituelle Kind - eine innige Beziehung zu Mutter Durga, die stärker ist als zum Vater Shiva. Daher nähert man sich zunächst der Mutter, die ihr spirituelles Kind dann dem Vater zuführt, damit dieser es zur Erleuchtung bringe.
Die Gnade der Mutter ist grenzenlos; ihre Weisheit ohne Ende; ihre Stärke unermesslich; ihre Herrlichkeit unaussprechlich, und ihr Glanz unbeschreiblich. Sie schenkt dir sowohl materielles Wohlergehen als auch geistige Freiheit.
Nähere dich ihr mit offenem Herzen. Lege dein Herz mit Offenheit und Demut vor sie hin. Sei einfach wie ein Kind. Töte unbarmherzig die Feinde Egoismus, Hinterlist, Selbstsucht und Unehrlichkeit. Gib dich ihr vollständig, rückhaltlos und ohne zu murren hin. Lobpreise sie mit deinem Gesang. Wiederhole ihren Namen. Verehre sie mit festem Glauben und entschlossener Hingabe. Führe an den Navaratri-Tagen besondere Rituale der Verehrung aus. Navaratri ist eine besonders gute Gelegenheit für intensive spirituelle Praxis. Diese neun Tage sind der Göttlichen Mutter geweiht. Vertiefe dich ganz in ihre Anbetung. Wiederhole den Göttlichen Namen eine bestimmte Zeit lang konzentriert und regelmäßig.
Die Göttin kämpfte neun Tage und neun Nächte gegen Bhandasura (ein Dämon) und seine Kräfte. Dieser Bhandasura hatte eine wunderbare Geburt und ein ebensolches Leben. Nachdem Shiva mit dem Feuer seines dritten Auges den Liebesgott verbrannt hatte, formte Ganesha (Sohn Shivas) aus dessen Asche spielerisch eine Figur, der Shiva Leben einhauchte. So entstand der schreckliche Dämon Bhandasura. Er übte lange Zeit extreme Askesepraktiken, aufgrund derer er den Segen Shivas und eine besondere Wunscherfüllung erhielt. Daraufhin begann er, die Welten zu schikanieren. Die Göttliche Mutter kämpfte neun Nächte mit ihm - Dämonen haben nachts besonders starke Kraft - und tötete ihn am Abend des zehnten Tages, der als Vijaya Dashami-Tag bekannt ist. Dieser Tag gilt als besonders günstig, um mit dem Studium egal welcher Wissenschaft zu beginnen. Es war auch an diesem Tag, als Arjuna (Held der Bhagavad Gita, einer der wichtigsten ind. Schriften) zu Devi betete, bevor der Kampf gegen die Kauravas auf dem Feld von Kurukshetra begann.
In alten Zeiten pflegten die Könige am Vijaya Dashami-Tag Eroberungsfeldzüge durchzuführen oder ausgedehnte Jagdausflüge in die tiefen Wälder zu unternehmen. In Erinnerung an diesen Brauch werden bis heute in bestimmten Gegenden Indiens am Vijaya Dashami-Tag Scheinattacken auf Festungen ausgeführt.
An den Tagen vor Vijaya Dashami betete Rama während seines Kampfes gegen Ravana zu Durga um ihre Hilfe. Dank ihrer Gnade gewann er. Dieser Tag hat viel mit dem Leben von Rama zu tun. Kein anderer Mensch in der ganzen Geschichte der Welt ist Rama in seiner Rolle als Mann, Sohn, Bruder, Ehemann, Vater und König ebenbürtig. Valmiki (Weiser, schrieb das Ramayana, das Epos über das Leben Ramas) schöpfte seinen Sprachschatz vollständig aus, um der Herrlichkeit Ramas gerecht zu werden und sie zu beschreiben. Wir feiern Dussera dann im richtigen Geist, wenn wir uns redlich bemühen, den „Dämonen“ unseres Egos zu überwinden und immer und überall Frieden und Liebe auszustrahlen. Wir wollen uns fest vornehmen, Menschen mit einem geläuterten Charakter zu werden, und auch entsprechend handeln. Die Geschichte und das Vorbild Ramas sind praktisch auf der ganzen Welt bekannt. Wenn es uns gelingt, auch nur einen Bruchteil seiner Lehren zu befolgen, wird unser Leben einen noch stärkeren Duft ausstrahlen als Rosen und heller glänzen als Gold.
Im Wort Dussera steckt auch die Interpretation als „Dasa-Hara“, was soviel bedeutet wie „das Abschneiden der zehn Köpfe Ravanas“. Und so laßt uns entschlossen noch heute die zehn Köpfe des Ego abschneiden, nämlich Leidenschaft, Stolz, Zorn, Gier, Verblendung, Lust, Haß, Eifersucht, Selbstsucht und Unehrlichkeit, und so Dussera feiern.
Religiöse Bräuche und traditionelle Rituale haben oft mehr als nur eine Bedeutung. Abgesehen davon, das sie der Verehrung des Göttlichen dienen, erinnern sie an besondere geschichtliche Ereignisse, sind allegorisch zu sehen hinsichtlich ihres spirituellen und übersinnlichen Gehaltes und dienen dem Einzelnen als wichtige Wegweiser und Hilfe auf dem Weg zur Gottverwirklichung .
Rein äußerlich ist die neuntägige Verehrung der Göttin eine Siegesfeier. Der Sieg der göttlichen Mutter im Kampf gegen die übermächtigen Dämonen unter Führung von Mahishasura wird gefeiert.
Man kann diese neun Tage aber auch in Abschnitte von je drei Tagen unterteilen, die jeweils einem bestimmten Aspekt der Gottheit gewidmet sind. Durch diese Unterteilung in Drei-Tages-Abschnitte enthüllt sich für einen ernsthaften spirituellen Aspiranten (Schüler, Suchenden) eine äußerst subtile, gleichzeitig jedoch auch zutiefst praktische Wahrheit. Von einem höheren kosmischen Gesichtspunkt aus verkörpern diese Abschnitte die Stufen der Entwicklung des Menschen zum Göttlichen, von der Individualität (Jiva) zum allumfassenden reinen Bewusstsein (Shiva). Für den Einzelnen kann Navaratri und seine Unterteilung die Richtung seiner weiteren spirituellen Praxis aufzeigen.
Deshalb wollen wir die spirituelle Bedeutung von Navaratri genauer untersuchen.
Der Hauptzweck des Lebens besteht darin, die immerwährende Einheit mit dem Höchsten zu erkennen, in das Göttliche hineinzuwachsen. Das Höchste Eine verkörpert die absolute Vollkommenheit und makellose Reinheit. Deine Identität mit diesem Höchsten zu erkennen, die Einheit mit Ihm zu erreichen, heißt wahrlich hineinzuwachsen in dieses Gleichsein mit Gott. Als erstes muß sich der Aspirant von all den unzähligen Unreinheiten und der niederen Natur befreien, die sich in diesem verkörperten Zustand an ihn klammern. Dann muss er sich hohe Ideale und glückbringende positive göttliche Eigenschaften aneignen. Hat er sich so gereinigt, strömt Wissen auf ihn herab wie Sonnenstrahlen auf das kristallklare Wasser eines ruhenden Sees.
Dieser Prozess erfordert einen starken Willen, fest entschlossenes Bemühen und einen anstrengenden Kampf. Mit anderen Worten, Stärke und grenzenlose Kraft sind die oberste Notwendigkeit. Auf diese Weise, also als Kraft und Energie, muss die Göttliche Mutter durch den Aspiranten wirken.
In den ersten drei Tagen wird der weibliche Gottesaspekt als höchste Kraft und Macht, als Durga, die Furchterregende, verehrt. Man betet zu Mutter Durga, um alle seine Unreinheiten und Fehler zu zerstören. Sie kämpft mit ihnen und überwindet die negativen Eigenschaften und die niedere Natur im spirituellen Aspiranten. Sie ist auch die Kraft, die dich in deiner spirituellen Praxis vor den vielen Gefahren und Fallgruben schützt. So stehen die ersten drei Tage für die Zerstörung von Unreinheit sowie die entschlossene Bemühung, den Kampf gegen die schlechten Neigungen im Geist aufzunehmen. Sie sind daher der Verehrung des destruktiven Aspekts der Göttlichen Mutter gewidmet.
Hat man erst einmal seine Aufgabe bezüglicher dieser negativen Seite erfüllt, also die unreinen Neigungen und alten, fehlerhaften Gewohnheiten gebrochen, dann ist der nächste Schritt der Aufbau einer spirituellen Persönlichkeit, das Ersetzen der ausgeschalteten niederen Eigenschaften durch neue, positive Eigenschaften. Es gilt nun, die göttlichen Eigenschaften, wie sie zum Beispiel Krishna in der Gita erwähnt, zu erwerben. Der Aspirant muss all diese glücksbringenden Qualitäten kultivieren und entwickeln. Er muss gewaltigen spirituellen Reichtum anhäufen, um den Preis für das seltene Juwel der göttlichen Weisheit bezahlen zu können. Wenn diese Entwicklung der entgegengesetzten, also positiven, Eigenschaften nicht mit dem nötigen aufrichtigen Ernst betrieben wird, wird die alte niedere Natur ihren Kopf immer wieder erheben. Deshalb ist diese Aufbauphase für einen spirituellen Aspiranten ebenso wichtig wie die vorhergehende zerstörerische. Der wesentliche Unterschied ist: In der ersten Phase wird das niedere egoistische Ich unbarmherzig ausgerottet, während der zweite Abschnitt eine systematische, beständige, ruhige und aufrichtige Anstrengung zur Entwicklung von Reinheit darstellt. Diese angenehmere Seite des Sadhana (spirituelle Praxis) ist gekennzeichnet durch die Verehrung des Lakshmi-Aspektes. Sie schenkt ihren Anhängern unerschöpflichen göttlichen Reichtum (Deivi Sampath). Lakshmi ist der göttliche Aspekt des Überflusses, des Reichtms auf allen Ebenen. Sie ist die Reinheit selbst. Sie wird in den folgenden drei Tagen von Navaratri besonders verehrt.
Hat der Aspirant erst einmal erfolgreich die negativen Eigenschaften ausgerottet und sattwige (reine) göttliche Qualitäten entwickelt, ist er bereit, das höchste Licht der Weisheit, göttliche Erkenntnis, zu empfangen. Diese dritte Phase ist der Verehrung von Saraswati gewidmet. Saraswati steht für das personifizierte göttliche Wissen, die Verkörperung der Erkenntnis des Absoluten. Der Klang ihrer himmlischen Vina (indisches Saiteninstrument) lässt die erhabenen Weisheiten der Upanishaden (indische hl. Schriften, Schlussteil der Veden), welche die Wahrheit und die heilige Silbe OM offenbaren, erklingen. Sie schenkt Wissen um den höchsten magischen Klang und bringt dann vollständige Erkenntnis des Selbst, was durch ihr reines, blendend weißes Gewand symbolisiert wird.
Der zehnte Tag, Vijaya Dashami, feiert den Triumph der Seele, die dank des Wissens durch die Gnade Saraswatis noch in dieser Welt, in diesem Leben, Befreiung erlangt. Die Seele ruht im eigenen höchsten Selbst, Satchidananda Brahman (dem Absoluten, das reines Sein, Wissen und Wonne ist). Dieser Tag feiert den Sieg, das Erreichen des Ziels. Die Fahnen des Sieges sind gehisst: Siehe! Ich bin eins mit Gott! Ich bin Er!
Die Reihenfolge der Verehrung dieser drei Aspekte des Göttlichen hat eine ganz besondere Bedeutung in der spirituellen Entwicklung des Aspiranten (spiritueller Schüler). Sie kennzeichnet die notwendigen Stadien der Entwicklung, durch die jeder hindurchgehen muss. Eine Stufe geht natürlicherweise in die andere über. Diesen Weg abzukürzen, führt ganz sicher zum Misserfolg. Viele Sucher auf dem spirituellen Weg möchten heutzutage auf direktem Weg sofort all das überlieferte Wissen, ohne die vorher notwendigen inneren und äußeren Reinigungsprozesse und die Arbeit an der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und „göttlicher“ Eigenschaften. Anschließend beklagen sie sich, das sie auf ihrem Weg nicht vorwärtskommen. Wie könnten sie auch? Man bekommt keinen Zugang zum wahren Wissen, solange die Unreinheiten nicht ausgemerzt und Reinheit im Denken und Handeln entwickelt ist. Wie kann eine reine Pflanze in vergifteter Erde heranwachsen?
Deshalb halte dich an diese Reihenfolge und deine Bemühungen werden sicher von Erfolg gekrönt sein. Das ist dein Weg. Wenn du eine negative Eigenschaft zerstörst, entwickle die ihr entgegengesetzte positive. So wirst du dich zu dieser Vollkommenheit hin entwickeln, die in der Identifikation mit dem Selbst gipfelt, was dein Ziel ist. Dann wird all das Wissen dir gehören; du wirst allwissend, allmächtig sein und du wirst deine Allgegenwärtigkeit fühlen. du kannst dein Selbst in allem erkennen. Du wirst den ewigen Sieg über das Rad der Wiedergeburten und über den Dämon der weltlichen Gesinnung erlangen. Nie wieder Schmerz, nie wieder Elend, nie wieder Geburt, nie wieder Tod! Sieg! Der Sieg ist dein!
Ruhm und Ehre der Göttlichen Mutter! Lass dich von ihr Schritt für Schritt auf der spirituellen Leiter nach oben führen und dich mit dem Göttlichen vereinigen!
Im Sivananda Ashram in Rishikesh finden anlässlich von Navaratri folgende Veranstaltungen und Zeremonien statt:
1. Täglich wird ein besonderes Ritual zur Verehrung der göttlichen Mutter durchgeführt. Dazu gehört auch das Rezitieren des Durga-Saptashati.
2. Unter Rezitation der Sri Lalita Sahasranama („Tausend Namen von Lalita“) wird der Göttin im Tempel hunderttausend mal geopfert (Laksharchana: laksh = hunderttausend, archana = rituelles Opfer).
3. Alle Ashrambewohner werden aufgefordert, das Navarna-Mantra „Aim hrim klim chamundayai vichche“ oder ihr eigenes Mantra sooft wie möglich zu rezitieren (Japa = Mantrawiederholung).
4. Jeden Abend zum Satsang (gemeinsame Meditation, Mantrasingen und Vortrag) wird ein kunstvoll geschmückter Altar aufgestellt, auf dem während der ersten drei Tage ein Bildnis von Durga, danach von Lakshmi und während der letzten drei Tage von Saraswati steht. Verse aus den heiligen Schriften wie die Durga Saptashati oder die Devi Mahatmya werden rezitiert und erläutert. Kirtans (spirituelle Lieder, Mantras) werden gesungen. Der Abend endet mit der Darbringung von Blumen für die Göttin und Arati (Lichtzeremonie). Manchmal werden auch Szenen aus der Devi Mahatmya aufgeführt.
5. Ernsthafte spirituelle Aspiranten ernähren sich an diesen neun Tagen oder wenigstens an je einem Tag der jeweiligen Drei-Tages-Phasen nur von Milch und Früchten.
6. Am neunten Tag werden neben Büchern, die für Saraswati, also für Wissen, stehen, auch alle möglichen anderen Geräte wie etwa Schreib- und Druckmaschinen, symbolisch verehrt.
7. Zum Abschluß von Navaratri werdenn am Vijaya-Dashami-Tag spirituelle Aspiranten auf Wunsch in ihr persönliches Mantra (Sanskritwort oder –vers, der eine bestimmte Energie in sich eingeschlossen hat) eingeweiht. Wer schon länger auf dem spirituellen Weg ist, kann sich an diesem Tag in Sannyas (Entsagung, Mönchstum) einweihen lassen. Schulkinder – und auch ältere des Schreibens unkundige „Kinder“ – werden besonders gesegnet zum Beginn der Schulzeit, zum Erlernen des Alphabets. Studenten beginnen ihre neuen Semester. Am Morgensatsang werden die Bücher, welche am neunten Tag verehrt wurden, nochmals verehrt. Jeweils ein Kapitel aus den wichtigsten Schriften wie der Bhagavad Gita, den Upanishaden, den Brahma Sutras, dem Ramayana sowie der Shrimad Bhagavatam werden rezitiert.
8. Am Vijaya Dashami-Tag wird auch eine Kanya-Puja durchgeführt, wobei neun junge Mädchen unter zehn Jahren als Verkörperung der Göttlichen Mutter verehrt werden. Sie erhalten auserlesene Speisen und neue Kleider.
9. Am diesem letzten Tag wird im Tempel ein großes Havan (Feuerzeremonie) durchgeführt, wobei die Durga Saptashati und andere Verse zur Lobpreisung der Göttlichen Mutter rezitiert werden.
Swami Sivananda
25.02.2010
5 Prana-Vayus
Prana Vayus und ihre Sublimierung in Ojas
Prana ist die Kraft hinter aller Materie. Alle universellen Kräfte, die Elektrizität, der Magnetismus, die Schwerkraft, das Licht und alle Formen des Lebens sind durchdrungen von Prana. Das feinstoffliche Prana kann man in unserem Körper noch weiter unterteilen in die Vayus (Winde), feinstoffliche Energieströme. Diese übernehmen spezielle Aufgaben (siehe Tabelle).
Name ,Farbe, Bereich ,Chakra ,Funktion.
Prana, Gelb ,Brust ,Anahata, Atmung .
Apana ,Orangerot ,After, Muladhara und Swadisthana, Ausscheidung
Sexualorgane, Fortpflanzung.
Samana ,Grün ,Bauch, Manipura ,Verdauung.
Udana ,Blauviolett, Hals ,Vishuddha, Nerven, Schlaf,
und Hormonelles System,
Kommunikation.
Vyana, Rosa, Ganzer Körper, Alle Chakren ,Muskel- und Kreislaufsystem.
Sind die Prana-Vayus gestört, ist auch unser physischer Körper gestört. Sind die Prana-Vayus in Harmonie, so ist auch unser Körper in Harmonie. Hatha Yoga ist aber kein rein gesundheitlich orientiertes System wie z.B. das Ayurveda, sondern im Hatha Yoga wird in erster Linie die Selbstverwirklichung, die Befreiung, angestrebt.
Deshalb wollen wir die Vayus nicht nur in Harmonie halten, sondern wir wollen diese Energie in Ojas, sublimieren (verfeinern, umwandeln). Als Beispiel können wir uns Wasser vorstellen. Wir können dieses Wasser umwandeln in Dampf. Während das Wasser noch nach unten fließt, steigt der feinere Dampf nach oben. Genauso nehmen wir die Prana-Vayus und wandeln sie in Ojas um.
Ojas heißt spirituelle Energie. Wenn wir meditieren wollen, brauchen wir spirituelle Energie. Es gibt Menschen, die sehr viel körperliche Energie haben, aber wenn sie sich hinsetzten zur Meditation, dann nutzt es ihnen nichts. Oder es gibt Übende mit sehr starker emotionaler Energie; auch die nutzt nichts, wenn wir meditieren wollen. Ebenso gibt es Menschen mit einer starken intellektuellen Energie. Wenn sie sich zur Meditation niederlassen, denken sie noch ständig über die verschiedensten Dinge nach. Daher ist das Umwandeln all dieser Energien in Ojas notwendig. Ojas ist schlecht zu beschreiben. Man kann es Menschen anmerken, wenn sie viel spirituelle Energie haben. Man kann es in ihren Augen sehen, in ihrer Sprache hören, man ist gerne mit diesen Menschen zusammen wegen ihrer spirituellen Ausstrahlung. Aber es ist nicht so, dass man eben viel oder wenig Ojas hat, sondern man kann diese Energie aufspeichern und weiter vermehren. Umso stärker dieses Ojas dann ist, umso leichter wird es uns fallen zu meditieren, unser Herz sprechen zu lassen, selbstlose Liebe zu anderen Menschen zu entwickeln und das Göttliche überall zu spüren und zu sehen.
Um zu tiefen spirituellen Erfahrungen zu kommen, brauchen wir einfach eine starke spirituelle Energie. Auch hier ein Beispiel: Haben wir eine 9V-Batterie können wir damit eine Taschenlampe zum Leuchten bringen oder vielleicht auch ein Radio laufen lassen, wollen wir aber einen Elektroherd betreiben, brauchen wir einfach eine stärkere Energie. Hierfür müssen wir unser Sadhana (spirituelle Übung) machen. Und Patanjali beschreibt z.B. in seinen Sutren genau, wie diese aussehen:
Yoga-Sutren Patanjali 1.14:
Die Übung bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit, ohne Unterbrechung und mit Hingabe ausgeführt wird. Lange Zeit bedeutet bis zur Selbstverwirklichung, ohne Unterbrechung bedeutet idealerweise täglich und Hingabe können wir durch Konzentration auf höhere Chakren oder Mantra-wiederholung üben. Wichtig für das Ojas ist, das wir keine Pausen machen, denn dann baut sich unsere spirituelle Energie wieder ab und wir müssen wieder von vorne anfangen. Und so versuchen wir im Hatha Yoga durch verschiedenste Techniken und beständiges Üben unser Ojas zu mehren, so das es uns zu immer tieferen, spirituellen Erfahrungen und eines Tages vielleicht zu Samadhi führt.
Möglichkeiten der Sublimierung der verschiedenen Prana-Vayus in Ojas :
Prana Vayu:
Wir halten den Atem an, das Prana Vayu wird „arbeitslos“ und wir können diese Energie in Ojas sublimieren. Wichtig dabei auch noch die Konzentration auf höhere Chakren oder ein Mantra.
Beispiel: Ein Taucher, der zwar auch die Luft länger anhält, jedoch diese Energie nicht in Ojas umwandelt, sondern für langes Tauchen benutzt. Er konzentriert sich aufs Tauchen und nicht auf die Konzentration auf die höheren Chakren.
Übungen: Pranayama-Übungen mit längerem Anhalten z.B. bei Anuloma Viloma, Surya Bheda
Apana Vayu:
Übungen: Mula Bhanda, Ashwini Mudra, Vajroli Mudra, alle Umkehrhaltungen, Brahmacharya (sexuelle Enthaltsamkeit) Manche Menschen wandeln Apana Vayu mittels Mula Bhanda auch in andere Energien um, z.B. Sänger, um besser singen zu können oder Kampfsportler zum besseren Kämpfen.
Samana Vayu:
Übungen: Uddiyana Bhanda, Agni Sara, Kapalabhati, Bhastrika, alle Asanas, die Druck auf den Bauchbereich geben, wie z.B. Pfau oder (etwas sanfter) der Drehsitz. Sattwige Ernährung, Fasten (Hierbei ist darauf zu achten, das Anfänger nicht länger als 3 – 5 Tage fasten.)
Udana Vayus:
Diese Energie trennt uns auch vom physischen Körper während Astral-reisen und beim Tod.
Übungen: Tiefenentspannung (leichte Erfahrungen von Schweben, Leichtigkeit), nur für Fortgeschrittene: Schmerz sublimieren (Warnungsschmerzen beachten!!!) bei längerem Halten der Asanas. Anfänger gehen bei Schmerzen sofort in Verspannungen, doch geübte Sadhakas können den Schmerz in Ojas sublimieren, indem sie weiter entspannt bleiben, ihr Mantra wiederholen und in ihrer Konzentration bei den höheren Chakren bleiben.
Vyana Vayus:
Wenn Anfänger in die Asanas gehen, haben sie das bestreben, wieder schnell aus der Übung heraus zu kommen. Genauso in der Meditation. Kaum sitzen sie einen Moment ruhig, kommt sofort der Drang, sich irgendwie zu bewegen.
Diese Energie hinter den Bewegungsimpulsen ist Vyana- Vayu. Machen wir diese Energie durch längeres ruhiges Halten der Asanas „arbeitslos“, so können wir auch sie in Ojas umwandeln.
Übungen: Sonnengebet und Asanas (Asanas länger halten) Bei der Umwandlung von Prana-Vayus in spirituelle Energien ist immer darauf zu achten, dass man entspannt bleibt. Nur dann ist es möglich, Ojas aufzuspeichern, ansonsten werden nur Verspannungsenergien aufgebaut. Weiterhin ist es unbedingt nötig, konzentriert und bewußt in den Übungen zu sein. Wir können uns dabei entweder auf höhere Chakren oder auf ein Mantra konzentrieren.
Wir können auch andere Energien in Ojas umwandeln, z.B. Wunschenergie. Wir können unsere Wünsche erfüllen, dann ist die Wunschenergie weg. Wir können unsere Wünsche aber auch bewußt nicht erfüllen, dann wandelt sich diese Energie auch in Ojas um. Wichtig hierbei ist aber auch, dass wir nicht verspannen und dass uns tiefe, spirituelle Motive leiten.
Hari OM Tat Sat
Von Günter Bucksteeg (Raghurama) / Yoga-Vidya-Center Essen (nach einem Vortrag von Sukadev Bretz)
Prana ist die Kraft hinter aller Materie. Alle universellen Kräfte, die Elektrizität, der Magnetismus, die Schwerkraft, das Licht und alle Formen des Lebens sind durchdrungen von Prana. Das feinstoffliche Prana kann man in unserem Körper noch weiter unterteilen in die Vayus (Winde), feinstoffliche Energieströme. Diese übernehmen spezielle Aufgaben (siehe Tabelle).
Name ,Farbe, Bereich ,Chakra ,Funktion.
Prana, Gelb ,Brust ,Anahata, Atmung .
Apana ,Orangerot ,After, Muladhara und Swadisthana, Ausscheidung
Sexualorgane, Fortpflanzung.
Samana ,Grün ,Bauch, Manipura ,Verdauung.
Udana ,Blauviolett, Hals ,Vishuddha, Nerven, Schlaf,
und Hormonelles System,
Kommunikation.
Vyana, Rosa, Ganzer Körper, Alle Chakren ,Muskel- und Kreislaufsystem.
Sind die Prana-Vayus gestört, ist auch unser physischer Körper gestört. Sind die Prana-Vayus in Harmonie, so ist auch unser Körper in Harmonie. Hatha Yoga ist aber kein rein gesundheitlich orientiertes System wie z.B. das Ayurveda, sondern im Hatha Yoga wird in erster Linie die Selbstverwirklichung, die Befreiung, angestrebt.
Deshalb wollen wir die Vayus nicht nur in Harmonie halten, sondern wir wollen diese Energie in Ojas, sublimieren (verfeinern, umwandeln). Als Beispiel können wir uns Wasser vorstellen. Wir können dieses Wasser umwandeln in Dampf. Während das Wasser noch nach unten fließt, steigt der feinere Dampf nach oben. Genauso nehmen wir die Prana-Vayus und wandeln sie in Ojas um.
Ojas heißt spirituelle Energie. Wenn wir meditieren wollen, brauchen wir spirituelle Energie. Es gibt Menschen, die sehr viel körperliche Energie haben, aber wenn sie sich hinsetzten zur Meditation, dann nutzt es ihnen nichts. Oder es gibt Übende mit sehr starker emotionaler Energie; auch die nutzt nichts, wenn wir meditieren wollen. Ebenso gibt es Menschen mit einer starken intellektuellen Energie. Wenn sie sich zur Meditation niederlassen, denken sie noch ständig über die verschiedensten Dinge nach. Daher ist das Umwandeln all dieser Energien in Ojas notwendig. Ojas ist schlecht zu beschreiben. Man kann es Menschen anmerken, wenn sie viel spirituelle Energie haben. Man kann es in ihren Augen sehen, in ihrer Sprache hören, man ist gerne mit diesen Menschen zusammen wegen ihrer spirituellen Ausstrahlung. Aber es ist nicht so, dass man eben viel oder wenig Ojas hat, sondern man kann diese Energie aufspeichern und weiter vermehren. Umso stärker dieses Ojas dann ist, umso leichter wird es uns fallen zu meditieren, unser Herz sprechen zu lassen, selbstlose Liebe zu anderen Menschen zu entwickeln und das Göttliche überall zu spüren und zu sehen.
Um zu tiefen spirituellen Erfahrungen zu kommen, brauchen wir einfach eine starke spirituelle Energie. Auch hier ein Beispiel: Haben wir eine 9V-Batterie können wir damit eine Taschenlampe zum Leuchten bringen oder vielleicht auch ein Radio laufen lassen, wollen wir aber einen Elektroherd betreiben, brauchen wir einfach eine stärkere Energie. Hierfür müssen wir unser Sadhana (spirituelle Übung) machen. Und Patanjali beschreibt z.B. in seinen Sutren genau, wie diese aussehen:
Yoga-Sutren Patanjali 1.14:
Die Übung bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit, ohne Unterbrechung und mit Hingabe ausgeführt wird. Lange Zeit bedeutet bis zur Selbstverwirklichung, ohne Unterbrechung bedeutet idealerweise täglich und Hingabe können wir durch Konzentration auf höhere Chakren oder Mantra-wiederholung üben. Wichtig für das Ojas ist, das wir keine Pausen machen, denn dann baut sich unsere spirituelle Energie wieder ab und wir müssen wieder von vorne anfangen. Und so versuchen wir im Hatha Yoga durch verschiedenste Techniken und beständiges Üben unser Ojas zu mehren, so das es uns zu immer tieferen, spirituellen Erfahrungen und eines Tages vielleicht zu Samadhi führt.
Möglichkeiten der Sublimierung der verschiedenen Prana-Vayus in Ojas :
Prana Vayu:
Wir halten den Atem an, das Prana Vayu wird „arbeitslos“ und wir können diese Energie in Ojas sublimieren. Wichtig dabei auch noch die Konzentration auf höhere Chakren oder ein Mantra.
Beispiel: Ein Taucher, der zwar auch die Luft länger anhält, jedoch diese Energie nicht in Ojas umwandelt, sondern für langes Tauchen benutzt. Er konzentriert sich aufs Tauchen und nicht auf die Konzentration auf die höheren Chakren.
Übungen: Pranayama-Übungen mit längerem Anhalten z.B. bei Anuloma Viloma, Surya Bheda
Apana Vayu:
Übungen: Mula Bhanda, Ashwini Mudra, Vajroli Mudra, alle Umkehrhaltungen, Brahmacharya (sexuelle Enthaltsamkeit) Manche Menschen wandeln Apana Vayu mittels Mula Bhanda auch in andere Energien um, z.B. Sänger, um besser singen zu können oder Kampfsportler zum besseren Kämpfen.
Samana Vayu:
Übungen: Uddiyana Bhanda, Agni Sara, Kapalabhati, Bhastrika, alle Asanas, die Druck auf den Bauchbereich geben, wie z.B. Pfau oder (etwas sanfter) der Drehsitz. Sattwige Ernährung, Fasten (Hierbei ist darauf zu achten, das Anfänger nicht länger als 3 – 5 Tage fasten.)
Udana Vayus:
Diese Energie trennt uns auch vom physischen Körper während Astral-reisen und beim Tod.
Übungen: Tiefenentspannung (leichte Erfahrungen von Schweben, Leichtigkeit), nur für Fortgeschrittene: Schmerz sublimieren (Warnungsschmerzen beachten!!!) bei längerem Halten der Asanas. Anfänger gehen bei Schmerzen sofort in Verspannungen, doch geübte Sadhakas können den Schmerz in Ojas sublimieren, indem sie weiter entspannt bleiben, ihr Mantra wiederholen und in ihrer Konzentration bei den höheren Chakren bleiben.
Vyana Vayus:
Wenn Anfänger in die Asanas gehen, haben sie das bestreben, wieder schnell aus der Übung heraus zu kommen. Genauso in der Meditation. Kaum sitzen sie einen Moment ruhig, kommt sofort der Drang, sich irgendwie zu bewegen.
Diese Energie hinter den Bewegungsimpulsen ist Vyana- Vayu. Machen wir diese Energie durch längeres ruhiges Halten der Asanas „arbeitslos“, so können wir auch sie in Ojas umwandeln.
Übungen: Sonnengebet und Asanas (Asanas länger halten) Bei der Umwandlung von Prana-Vayus in spirituelle Energien ist immer darauf zu achten, dass man entspannt bleibt. Nur dann ist es möglich, Ojas aufzuspeichern, ansonsten werden nur Verspannungsenergien aufgebaut. Weiterhin ist es unbedingt nötig, konzentriert und bewußt in den Übungen zu sein. Wir können uns dabei entweder auf höhere Chakren oder auf ein Mantra konzentrieren.
Wir können auch andere Energien in Ojas umwandeln, z.B. Wunschenergie. Wir können unsere Wünsche erfüllen, dann ist die Wunschenergie weg. Wir können unsere Wünsche aber auch bewußt nicht erfüllen, dann wandelt sich diese Energie auch in Ojas um. Wichtig hierbei ist aber auch, dass wir nicht verspannen und dass uns tiefe, spirituelle Motive leiten.
Hari OM Tat Sat
Von Günter Bucksteeg (Raghurama) / Yoga-Vidya-Center Essen (nach einem Vortrag von Sukadev Bretz)
Was ist Prana!!
Was ist Prana
Das Ziel aller yogischen und anderer spirituellen Übungen ist es, die große kosmische Kraft - Kundalini Shakti - freizusetzen. Sie liegt dreieinhalb Mal zusammengerollt im Mooladhara Chakra. Der Erwachungsvorgang von dieser Kraft oder auch Prana wird in den Schriften so beschrieben:
"Der Flug eines Vogels, der sich von der Erde zum Himmel erstreckt, mit einem goldenen Band festgehalten."
Die Erde ist Mooladhara Chakra, der Himmel ist Ajna Chakra, der Vogel ist Maha Prana und das goldene Band ist Sushumna Nadi, das sich durch die Mitte der Wirbelsäule bewegt. Durch Manipulieren, Speichern und Ausdehnen von Prana innerhalb des Körpers ist es möglich, die schlafende Prana Shakti zu erwecken. Das ist der eigentliche Sinn der yogischen Wissenschaften von Pranayama (Ausdehnung der Dimensionen von prana), und Prana Vidya (das Wissen über Prana).
Kundalini Shakti (makrokosmische Energie)
In den Upanishaden heißt es: "Ein Mensch mag Ohren, Augen und alle Fähigkeiten und Teile des Körpers besitzen, solange er jedoch kein Mahaprana hat, gibt es kein Bewußtsein." Prana ist sowohl makrokosmisch als auch mikrokosmisch und ist die Essenz allen Lebens. Mahaprana (der große prana) ist die kosmische, universale, alles umfassende Energie, dessen Gehalt wir mit dem Atem aufnehmen. Laut Paramahamsaji: "Du kannst makrokosmisches prana nicht empfangen, nicht darüber sprechen, und selbst, wenn ich es könnte, würdest du es nicht begreifen." Die unterschiedlichen Pranaströme im Körper - Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana - sind sowohl Teil des Mahaprana als auch von ihm getrennt.
Die kosmische Manifestation von Prana oder Mahaprana im individuellen Körper wird durch Kundalini dargestellt. Die gesamte kosmische Erfahrung vom Schöpfungsmoment bis zur Auflösung liegt eingebettet in den Windungen von Kundalini. Sie wird auch Atma Shakti oder universale Energie genannt. In der ganzen belebten Schöpfung wird das göttliche Bewußtsein zuerst in Prana oder Energie umgewandelt, und da Kundalini das Auffangbecken für diese unglaubliche Menge von Prana ist, kennt man sie auch als Prana Shakti.
Das Wort Kundalini kommt von dem Begriff kunda, was Höhle oder Grube bedeutet. Kundalini ist die der Materie von Mooladhara Chakra innewohnende Energie. Dieses ruhende Zentrum liegt im Perineum im männlichen und am Muttermund im weiblichen Körper. Wenn das gesamte Potential dieser Energie freigesetzt ist, bewegt es sich durch das Zentralnervensystem im physischen Körper - durch Sushumna Nadi - in den pranischen Körper.
Im Allgemeinen ist Prana Shakti jedoch nur teilweise aus Mooloadhara Chakra freigesetzt, und zwar durch die Verbindungswege der Nadis Ida und Pingala. Diese beiden können nur Energie mit niedriger Voltzahl leiten. Durch sie wird zwar Geist und Körper vitalisiert, aber nicht im gesamten Umfang. Nur die gesamte Kraft von Kundalini Shakti / Prana Shakti / Atma Shakti kann alle bewußten und vitalen Funktionen erwecken. Pingala Nadi leitet auch Prana Shakti, wir sollten jedoch die zwei verschiedenen Bedeutungen von Prana Shakti berücksichtigen. Auf einer Ebene ist es para (makrokosmisch) in der Form von Kundalini Shakti; auf der anderen ist es pinda (mikrokosmisch) in der Form von Prana Shakti, die durch Pingala geleitet wird.
Prana Shakti (mikrokosmische Energie)
Prana Shakti manifestiert sich auch als sechs Hauptzentren oder Chakras (Speicher für Prana), die sich in der Wirbelsäule befinden. Das unterste Chakra des Energiekreislaufes ist Mooladhara. Das nächste Chakra, Swadhishthana, befindet sich etwa zwei Finger breit über Mooladhara und korrespondiert mit dem Sakralgeflecht. Darüber, hinter dem Nabel, liegt Manipura, es gehört zum Solar Plexus. In der Wirbelsäule hinter dem Herzen befindet sich Anahata Chakra. Es hat Verbindung zum Cardiac Plexus. In der Mitte des Nackens befindet sich Vishuddhi Chakra, das mit dem Zervical Plexus korrespondiert. Am oberen Ende der Wirbelsäule, am Punkt der Medulla Oblongata, ist das Ajna Chakra, das mit der Zirbeldrüse im physischen Körper verbunden ist.
Um die Funktionen des Körpers zu steuern, manifestiert sich Prana Shakti außerdem in den fünf großen prana vayus, bekannt als prana, apana, samana, udana, vyana. Laut der Upanishaden nennt man prana vayu auch das Einatmen, apana das Ausatmen, Samana den Mittelatem und udana den aufwärtsstrebenden Atem. Vyana ist der alles durchziehende Atem. Prana vayu ist Einatmen, apana Ausatmen, samana die Zeit zwischen den beiden und udana die Ausdehnung von Samana. Jedes der vayus ist miteinander verbunden.
In der Chandogya Upanishad wird gefragt: "Wovon werden Körper und Sinne und die Seele getragen? Von Prana. Wovon wird Prana getragen? Von Apana. Wovon wird Apana getragen? Von Vyana. Wovon wird Vyana getragen? Von Samana."
Aufgrund dieser fünffachen Pranabewegungen werden die fünf kleineren oder upapranas gebildet. Sie heißen: koorma - blinzeln, Krikara - Hunger, Durst, Niesen und Husten, Devadatta - Schlaf und Gähnen, naga - Schluckauf und Rülpsen und Dhananjaya, der bis kurz nach dem Tod verweilt. Diese zehn pranas zusammen kontrollieren alle Körperabläufe.
Die Notwendigkeit von Prana
Von den fünf vayus haben prana und apana einen besonders wichtigen Einfluß. Prana ist die hineinziehende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß sich vom Nabel zum Hals aufwärts bewegt. Apana ist die nach außen drängende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß nach unten vom Nabel zum Anus drängt. Beide, prana und apana, bewegen sich im Körper spontan, können jedoch durch tantrische und yogische Übungen gelenkt werden. In den Upanishaden wird gesagt, daß man eine Methode anwenden sollte, mit der die voneinander weg strebenden Kräfte prana und apana umgekehrt werden, so daß sie sich in samana, dem Nabelzentrum, vereinen. Das wird zur Erweckung von Kundalini führen.
Im Moment, wenn prana das Körperbewußtsein gänzlich losläßt, verläßt das Selbst den Körper, denn Prana und Bewußtsein sind die beiden Pole der einen Quelle - dem Selbst
In der Prashnopanishad heißt es: "Dieses Prana ist aus dem Selbst geboren. So, wie es einen Schatten gibt, wenn ein Mensch da ist, so ist dieser prana auf das Selbst fixiert..." (3 : 3) Im Tod, wenn der Atem aufhört und prana geht, gibt es keine Kraft mehr, die den Körper zusammenhält, und damit löst sich der Körper auf. Deshalb werden Atem und Prana in der Brihadaranyaka Upanishad mit einem Faden verglichen: "Wahrlich, diese Welt und alle Wesen werden von Luft wie von einem Faden zusammen gehalten. Deshalb sagt man wenn jemand stirbt, daß seine Gliedmaße sich auflösen, weil sie wie ein Faden von Luft zusammengehalten werden." Solange prana bleibt, kann der Körper nicht sterben.
Vom Moment der Empfängnis bis zum vierten Monat lebt der Fötus ausschließlich vom prana der Mutter, und das ähnelt einem Geschwür im Mutterleib. Nach dem vierten Monat tritt prana in den Fötus ein und damit beginnt das individuelle Leben. Wenn die individuellen Pranas anfangen sich zu bewegen, werden die individuellen Körperfunktionen aktiv. Der Prana des Kindes wird jedoch erst mit der Geburt und dem ersten Atemzug völlig unabhängig.
Ohne prana wären wir zerfallene Leichen, könnten nicht sehen, hören, uns bewegen usw.
In der Prashnopanishad gibt es eine hübsche Parabel dafür: "Die Gottheiten (des Körpers) sind Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde, Sprache, Geist, Auge und Ohr. Als sie ihre eigene Herrlichkeit sahen, wurden sie überheblich - 'Wir sind die Regenten des Körpers, denn wir tragen ihn'. Prana, der Chef von ihnen, sagte jedoch: 'Betrügt euch nicht selbst. Es bin ich allein, der den Körper trägt und intakt hält, indem ich mich fünffach aufteile.' Die anderen Gottheiten glaubten das nicht. In einem Anflug von Zorn zog Prana sich aus dem Körper zurück. Die Gottheiten mußten erkennen, daß sie mit ihm den Körper verließen und zurückkehrten, nachdem Prana den Körper wieder betrat. Wie Bienen ihren Bienenstock verlassen, wenn ihre Königin ihn verläßt, so verhielten sich auch die Gottheiten. Von nun an verehrten die Gottheiten Prana."
Mulidimensionale Energie
Prana oder die faßbare Erscheinung des Höheren Selbst fließt durch verschiedene Energiewege im Körper. Die drei wichtigsten Wege pranischer Energie sind ida nadi, pingala nadi, sushumna nadi. Sie befinden sich entlang der Wirbelsäule. Ida und Pingala Nadi winden sich in drei Dimensionen um Sushumna, wie eine Wendeltreppe. Sich damit eng vertraut zu machen, hilft beim Verstehen der innewohnenden multidimensionalen Energie des Menschen, nämlich prana.
Ida und Pingala sind Ströme geladener Ionen, die einen Einfluß auf den Fluß von Prana ausüben können. Ida Nadi ist ein negativ geladener Pranafluß und Pingala ist ein positiv geladener Pranafluß. Die Konsequenz ist, daß sie wahrscheinlich bei Entladung alle Dimensionen des Bewußtseins dessen, der auf sie meditiert, beeinflussen. In der Tat glauben einige Wissenschaftler, daß die psychischen Zentren oder Chakras im Körper im Grunde genommen nichts anderes sind als Bereiche immenser Ausstrahlung, verursacht durch an einen Punkt gebundene Ansammlung pranischer Energie. Verschiedene subatomare oder elementare Teilchen werden dabei freigesetzt.
Prana wurde als eine Art komplexer, multidimensionaler Energie beschrieben, die aus einer Kombination von elektrischer, magnetischer, elektromagnetischer, photonischer, okularer, thermaler und mentaler Energie besteht. Die fünf großen Teile von Prana, die in verschiedenen Teilen des Körpers existieren, weisen unterschiedliche Dichte der ionischen Felder auf. Sie können auch als umherwirbelnde Wolken mit verschiedenen Farben und Schattierungen visualisiert werden. Diese pranischen Wolken sind frei, um sich auszudehnen oder zusammen zu ziehen, mit oder ohne den Einfluß äußerer Faktoren.
Udana hat die geringste Dichte der Pranas, dann kommt prana, samana und apana. Vyana, der durch den ganzen Körper fließt, hat eine Dichte, die der Durchschnittsdichte der anderen entspricht. Die verschiedenen Farben der pranischen oder bioplasmischen Wolken entstehen durch die Emission der Photonen, wenn Elektronen ihren Energielevel von einer höheren zu einer niedrigeren Voltzahl verändern.
Von einigen Wissenschaftlern wird daher angenommen, daß die Natur von Prana wolkenähnlich ist und elektromagnetische Energie trägt. Daraus entstehen elektromagnetische Ausstrahlungen, in denen die wellenförmige elektrische Energie und die wellenförmige magnetische Energie im 90 Grad Winkel zueinander stehen. Daraus ergibt sich das Bild der Spirale.
Diese Ausstrahlungen haben Heilige und Weise aus aller Welt und zu allen Zeiten gesehen, beschrieben und gezeichnet. Vor ca. vier Jahrzehnten wurden sie mit der sogenannten Kirlian Photographie photographiert. Es ist die gleiche Erfahrung, die psychische Heiler machen, wenn bestimmte Kräfte den Körper verlassen und zum Patienten übertragen werden.
Pranayama Kosha
Vor vielen tausend Jahren haben Rishis und Seher gesagt, daß die Pranas nicht im grobstofflichen Körper angesiedelt sind, sondern in einem feineren Körper mit dem Namen Pranamaya Kosha oder pranische Hülle. Diesen Körper haben sie als wolkenähnlich beschrieben, in dem im Inneren eine konstante Aktivität herrscht. Verschiedene Farben werden entsprechend der Nahrung, des Denkens, des Bewußtseinszustandes während der Meditation und der Umgebung ausgestrahlt.
Laut Yoga formt Pranamaya Kosha das feine Netzwerk, durch das Prana fließt. Man nennt ihn auch den pranischen, den ätherischen oder den bioplasmischen Körper. Diesem Energiekörper gibt man die gleiche Form wie dem physischen Körper. Durch verschiedene yogische Techniken, durch Konzentration und Visualisieren, kann man jedoch erreichen, daß er sich ausdehnt und zusammenzieht, besonders mit Prana Vidya. Wenn unsere Wahrnehmung extrem fein auf den pranischen Körper eingestellt wäre, könnten wir einen Lichtkörper sehen, in dem es unzählige, kabelähnliche Strukturen gibt, die Shakti oder Energie leiten. Diese kabelähnliche Struktur sind die Nadis oder Energieströme. Die Shiva Samhita spricht von 350.000 Nadis im Körper, die Prapanchasana Tantra von 300.000 und die Goraksha Satarka von 72.000. Es gibt unendlich viele Nadis in der Struktur des grobstofflichen Körpers, die Bewußtsein und Prana zu jedem Atom leiten.
Dieses pranische Feld wird wegen der Tatsache, daß es ähnlich wie Plasma (geladene Gase), wie es die Plasma Physik lehrt, manchmal Psi Plasma genannt. Es ist ein Dunst geladener Teilchen, die innerlich durch den Geist und äußerlich durch elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder beeinflußt wird.
Dieses Konzept ist für viele ernsthafte Schüler der Plasma Physik, der Metaphysik und der Parapsychologie absolut annehmbar. Auch bei Betrachten der inneren Verbindung von pranischer, mentaler, emotionaler, spiritueller und physischer Energien läßt sich das leicht verstehen. Eine Veränderung innerhalb dieser Energien bringt konsequenterweise eine gleichgeartete Veränderung in den anderen mit sich.
Wegen der Bewegung der pranischen Wolken ist es ganz natürlich, daß die dichteren Wolken dazu neigen, sich in Regionen geringerer Dichte zu bewegen. Das wird wiederum durch die Anziehung für weniger dichte Wolken durch die dichteren gefördert. Auf diese Weise entsteht eine ununterbrochene Aktivität innerhalb der pranischen Regionen. Durch verschiedene yogische Übungen wie Pranayama, Mudras, Bandhas, die Hatha Yoga Shatkarmas und Prana Vidya, wird dieses Vermischen weiter angetrieben. Oft werden diese pranischen Felder gezwungen, zusammen zu kommen, was Hitze oder manchmal auch Kälte im Körper entstehen läßt, oder es führt zu Beschwingtheit, Introvertiertheit, größerem Appetit, feinerer Wahrnehmung von Farben und Klängen, dann nämlich, wenn man Konzentration oder Rückzug der Sinne (Pratyahara) praktiziert. Viele dieser Erfahrungen werden durch Pranayama ausgelöst, was deshalb für absolute Anfänger von Yoga meistens zu stark ist.
Pranische Wirbel
In der 'Hatha Yoga Pradipika' von Swatmarama heißt es: " Nur, wenn alle Nadis und Chakras, die voller Unreinheiten sind, gereinigt sind, kann der Yogi Prana festhalten." (V.5, Kap. 2). Um die große Kundalini Shakti zu erwecken, muß der Übende nicht nur die Energiewege (Nadis) reinigen, sondern auch die Quantität und Qualität von Prana erhöhen und speichern. Prana sammelt sich in den sechs großen Zentren entlang der Wirbelsäule. Sie befinden sich im feinstofflichen Körper, korrespondieren jedoch mit den Nervengeflechten im grobstofflichen Körper. Prana Shakti und Manas Shakti sammeln sich in den Chakras und bilden wirbelnde Energiemassen. Jedes Chakra schwingt in einer bestimmten Geschwindigkeit. Die Chakras am untersten Punkt des Energiekreislaufs arbeiten auf niederer Frequenz. Es heißt, daß sie grobstofflicher sind und auch die Bewußtheit dementsprechend ist. Die oberen Chakras des Kreislaufes arbeiten mit höherer Frequenz und sind verantwortlich für feinere Bewußtheit und höhere Intelligenz.
Prana und Bewußtsein
Laut Vedanta gibt es zwei Aspekte im menschlichen Dasein - Prana und Bewußtsein. Prana ist die vitale oder bioplasmische Energie, die von Natur aus universal ist. Bewußtsein ist Wissen. Prana ist der aktive Aspekt und Bewußtsein ist der ruhende Aspekt unseres Seins. Bewußtsein, das Geist-Prinzip, wird Purusha (wörtlich 'das, was in der Stadt schläft') genannt. Prana, das Prinzip der Natur, der Energie und Materie, wird Prakriti (wörtlich 'Aktivität') genannt.
Purusha muß immer in Kooperation und in Einheit mit Prakriti arbeiten. Ohne Prana kann Bewußtsein nicht erschaffen. Es muß eine allem zugrundeliegende Kraft geben, die in die unterschiedlichsten Objekte und Formen umwandelt. Auf höherer Ebene der Erfahrung sind Prana und Bewußtsein eins. Auch auf weltlicher Ebene der Existenz sind sie voneinander abhängig, leben in einer Wechselbeziehung. Tatsächlich sind sie voneinander abhängige Einheiten, die manchmal zusammenfließen und zu anderen Zeiten voneinander getrennt sind. Daher kann Prana vom Bewußtsein und umgekehrt beeinflußt werden.
Wie können wir die Natur unserer Existenz begreifen? Prana können wir begreifen und erfahren, wenn wir die Dimensionen unseres Bewußtseins gründlich studieren. Das ist jedoch ein äußerst schwieriges Vorgehen, weil es voraussetzt, daß wir unsere Bewußtseinsnatur direkt wahrnehmen können. Das aber ist für die meisten Menschen nicht möglich.
Pranayama
Ein leichterer Weg des Begreifens und Verwirklichens von Dimensionen des Bewußtseins ist der, die verschiedenen Aspekte von Prana im Körper durch yogische Techniken wie Pranayama und Prana Vidya zu studieren und zu verwirklichen. Da Prana die Kraft im Atem und im Körper ist, ist dieser Weg der einfachere.
Das Wort Prana ist eine Kombination von zwei Silben, Pra und Na. Sie bedeuten: Beständigkeit, eine Kraft in ständiger Bewegung. Während Prana die vitale Kraft ist, ist Pranayama der Verlauf, in dem der innere pranische Vorrat erhöht wird. Manche Menschen unterteilen das Wort Pranayama in Prana und Yama und bezeichnen es als Atemkontrolle. Das Wort Pranayama ist jedoch aus den beiden Worten Prana und Ayama zusammengesetzt und bedeutet dann: pranische Fähigkeit oder Länge.
Pranayama ist eine Technik, durch die die Quantität von Prana im Körper auf eine höhere Frequenz gebracht wird. Durch Pranayama Übungen wird eine gewisse Größe an Hitze oder kreativer Kraft im ganzen Körper erzeugt, die das vorhandene Quantum an Prana beeinflußt. Dieses Prana bewegt sich dann durch Pingala Nadi zum Ajna Chakra. Wenn genügend Hitze im System erzeugt wurde, überwacht das Ajna Chakra die Verteilung der Botschaft zurück zur Basis von Kundalini und das tatsächliche Erwachen des großen Prana kann beginnen. Die Wissenschaft von Pranayama basiert mit diesem Ziel auf dem Zurückhalten von Prana oder Kumbhaka.
Atemanhalten
Sich der Natur des Atems bewußt zu werden und ihn zurückzuhalten, führt zu Kontrolle über das ganze System. Wenn du den Atem anhältst, sind für diesen Moment Nervenimpulse in verschiedenen Teilen des Körpers eingestellt und Gehirnwellenmuster laufen zusammen. In Pranayama soll die Länge des Atemanhaltens ausgedehnt werden. Je länger der Atem angehalten wird, umso größer ist der Spalt zwischen den Nervenimpulsen und ihrer Erwiderung im Gehirn. Wenn der Atem für eine ausgedehnte Zeit angehalten werden kann, verringert sich die mentale Agitation.
Technisch ausgedrückt und auch laut Patanjali ist Pranayama nur Zurückhalten: "Nach Ausführen von Asana ist Pranayama das Beenden der Bewegung von Ein- und Ausatmen:"(Sutra 49). Ein- und Ausatmen sind die Methoden, um das Zurückhalten herbeizuführen. Das Anhalten ist extrem wichtig, weil eine längere Zeit der Aufnahme von Prana zur Verfügung steht, und es läßt mehr Zeit für den Austausch von Gasen in den Zellen, wie Sauerstoff und Kohlendioxyd. Durch den Atem sind Prana und Bewußtsein essentiell miteinander verbunden und können mit wissenschaftlichen Methoden voneinander getrennt werden. Dazu dienen yogische Techniken, den Atem anzuhalten.
(Einführung aus: Prana - Pranayama - Prana Vidya von Paramahamsa Niranjanananda)
Prana Bewusstsein
Vitalenergie Wissen, Mentalenergie
Prakriti Purusha
aktiv ruhend
Prana Shakti Chitta oder Manas Shakti
Shiva Shakti (Tantra)
Ida Pingala (Yoga)
Beide Pole müssen im Zustand der Ausgeglichenheit sein.
Das Ziel aller yogischen und anderer spirituellen Übungen ist es, die große kosmische Kraft - Kundalini Shakti - freizusetzen. Sie liegt dreieinhalb Mal zusammengerollt im Mooladhara Chakra. Der Erwachungsvorgang von dieser Kraft oder auch Prana wird in den Schriften so beschrieben:
"Der Flug eines Vogels, der sich von der Erde zum Himmel erstreckt, mit einem goldenen Band festgehalten."
Die Erde ist Mooladhara Chakra, der Himmel ist Ajna Chakra, der Vogel ist Maha Prana und das goldene Band ist Sushumna Nadi, das sich durch die Mitte der Wirbelsäule bewegt. Durch Manipulieren, Speichern und Ausdehnen von Prana innerhalb des Körpers ist es möglich, die schlafende Prana Shakti zu erwecken. Das ist der eigentliche Sinn der yogischen Wissenschaften von Pranayama (Ausdehnung der Dimensionen von prana), und Prana Vidya (das Wissen über Prana).
Kundalini Shakti (makrokosmische Energie)
In den Upanishaden heißt es: "Ein Mensch mag Ohren, Augen und alle Fähigkeiten und Teile des Körpers besitzen, solange er jedoch kein Mahaprana hat, gibt es kein Bewußtsein." Prana ist sowohl makrokosmisch als auch mikrokosmisch und ist die Essenz allen Lebens. Mahaprana (der große prana) ist die kosmische, universale, alles umfassende Energie, dessen Gehalt wir mit dem Atem aufnehmen. Laut Paramahamsaji: "Du kannst makrokosmisches prana nicht empfangen, nicht darüber sprechen, und selbst, wenn ich es könnte, würdest du es nicht begreifen." Die unterschiedlichen Pranaströme im Körper - Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana - sind sowohl Teil des Mahaprana als auch von ihm getrennt.
Die kosmische Manifestation von Prana oder Mahaprana im individuellen Körper wird durch Kundalini dargestellt. Die gesamte kosmische Erfahrung vom Schöpfungsmoment bis zur Auflösung liegt eingebettet in den Windungen von Kundalini. Sie wird auch Atma Shakti oder universale Energie genannt. In der ganzen belebten Schöpfung wird das göttliche Bewußtsein zuerst in Prana oder Energie umgewandelt, und da Kundalini das Auffangbecken für diese unglaubliche Menge von Prana ist, kennt man sie auch als Prana Shakti.
Das Wort Kundalini kommt von dem Begriff kunda, was Höhle oder Grube bedeutet. Kundalini ist die der Materie von Mooladhara Chakra innewohnende Energie. Dieses ruhende Zentrum liegt im Perineum im männlichen und am Muttermund im weiblichen Körper. Wenn das gesamte Potential dieser Energie freigesetzt ist, bewegt es sich durch das Zentralnervensystem im physischen Körper - durch Sushumna Nadi - in den pranischen Körper.
Im Allgemeinen ist Prana Shakti jedoch nur teilweise aus Mooloadhara Chakra freigesetzt, und zwar durch die Verbindungswege der Nadis Ida und Pingala. Diese beiden können nur Energie mit niedriger Voltzahl leiten. Durch sie wird zwar Geist und Körper vitalisiert, aber nicht im gesamten Umfang. Nur die gesamte Kraft von Kundalini Shakti / Prana Shakti / Atma Shakti kann alle bewußten und vitalen Funktionen erwecken. Pingala Nadi leitet auch Prana Shakti, wir sollten jedoch die zwei verschiedenen Bedeutungen von Prana Shakti berücksichtigen. Auf einer Ebene ist es para (makrokosmisch) in der Form von Kundalini Shakti; auf der anderen ist es pinda (mikrokosmisch) in der Form von Prana Shakti, die durch Pingala geleitet wird.
Prana Shakti (mikrokosmische Energie)
Prana Shakti manifestiert sich auch als sechs Hauptzentren oder Chakras (Speicher für Prana), die sich in der Wirbelsäule befinden. Das unterste Chakra des Energiekreislaufes ist Mooladhara. Das nächste Chakra, Swadhishthana, befindet sich etwa zwei Finger breit über Mooladhara und korrespondiert mit dem Sakralgeflecht. Darüber, hinter dem Nabel, liegt Manipura, es gehört zum Solar Plexus. In der Wirbelsäule hinter dem Herzen befindet sich Anahata Chakra. Es hat Verbindung zum Cardiac Plexus. In der Mitte des Nackens befindet sich Vishuddhi Chakra, das mit dem Zervical Plexus korrespondiert. Am oberen Ende der Wirbelsäule, am Punkt der Medulla Oblongata, ist das Ajna Chakra, das mit der Zirbeldrüse im physischen Körper verbunden ist.
Um die Funktionen des Körpers zu steuern, manifestiert sich Prana Shakti außerdem in den fünf großen prana vayus, bekannt als prana, apana, samana, udana, vyana. Laut der Upanishaden nennt man prana vayu auch das Einatmen, apana das Ausatmen, Samana den Mittelatem und udana den aufwärtsstrebenden Atem. Vyana ist der alles durchziehende Atem. Prana vayu ist Einatmen, apana Ausatmen, samana die Zeit zwischen den beiden und udana die Ausdehnung von Samana. Jedes der vayus ist miteinander verbunden.
In der Chandogya Upanishad wird gefragt: "Wovon werden Körper und Sinne und die Seele getragen? Von Prana. Wovon wird Prana getragen? Von Apana. Wovon wird Apana getragen? Von Vyana. Wovon wird Vyana getragen? Von Samana."
Aufgrund dieser fünffachen Pranabewegungen werden die fünf kleineren oder upapranas gebildet. Sie heißen: koorma - blinzeln, Krikara - Hunger, Durst, Niesen und Husten, Devadatta - Schlaf und Gähnen, naga - Schluckauf und Rülpsen und Dhananjaya, der bis kurz nach dem Tod verweilt. Diese zehn pranas zusammen kontrollieren alle Körperabläufe.
Die Notwendigkeit von Prana
Von den fünf vayus haben prana und apana einen besonders wichtigen Einfluß. Prana ist die hineinziehende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß sich vom Nabel zum Hals aufwärts bewegt. Apana ist die nach außen drängende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß nach unten vom Nabel zum Anus drängt. Beide, prana und apana, bewegen sich im Körper spontan, können jedoch durch tantrische und yogische Übungen gelenkt werden. In den Upanishaden wird gesagt, daß man eine Methode anwenden sollte, mit der die voneinander weg strebenden Kräfte prana und apana umgekehrt werden, so daß sie sich in samana, dem Nabelzentrum, vereinen. Das wird zur Erweckung von Kundalini führen.
Im Moment, wenn prana das Körperbewußtsein gänzlich losläßt, verläßt das Selbst den Körper, denn Prana und Bewußtsein sind die beiden Pole der einen Quelle - dem Selbst
In der Prashnopanishad heißt es: "Dieses Prana ist aus dem Selbst geboren. So, wie es einen Schatten gibt, wenn ein Mensch da ist, so ist dieser prana auf das Selbst fixiert..." (3 : 3) Im Tod, wenn der Atem aufhört und prana geht, gibt es keine Kraft mehr, die den Körper zusammenhält, und damit löst sich der Körper auf. Deshalb werden Atem und Prana in der Brihadaranyaka Upanishad mit einem Faden verglichen: "Wahrlich, diese Welt und alle Wesen werden von Luft wie von einem Faden zusammen gehalten. Deshalb sagt man wenn jemand stirbt, daß seine Gliedmaße sich auflösen, weil sie wie ein Faden von Luft zusammengehalten werden." Solange prana bleibt, kann der Körper nicht sterben.
Vom Moment der Empfängnis bis zum vierten Monat lebt der Fötus ausschließlich vom prana der Mutter, und das ähnelt einem Geschwür im Mutterleib. Nach dem vierten Monat tritt prana in den Fötus ein und damit beginnt das individuelle Leben. Wenn die individuellen Pranas anfangen sich zu bewegen, werden die individuellen Körperfunktionen aktiv. Der Prana des Kindes wird jedoch erst mit der Geburt und dem ersten Atemzug völlig unabhängig.
Ohne prana wären wir zerfallene Leichen, könnten nicht sehen, hören, uns bewegen usw.
In der Prashnopanishad gibt es eine hübsche Parabel dafür: "Die Gottheiten (des Körpers) sind Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde, Sprache, Geist, Auge und Ohr. Als sie ihre eigene Herrlichkeit sahen, wurden sie überheblich - 'Wir sind die Regenten des Körpers, denn wir tragen ihn'. Prana, der Chef von ihnen, sagte jedoch: 'Betrügt euch nicht selbst. Es bin ich allein, der den Körper trägt und intakt hält, indem ich mich fünffach aufteile.' Die anderen Gottheiten glaubten das nicht. In einem Anflug von Zorn zog Prana sich aus dem Körper zurück. Die Gottheiten mußten erkennen, daß sie mit ihm den Körper verließen und zurückkehrten, nachdem Prana den Körper wieder betrat. Wie Bienen ihren Bienenstock verlassen, wenn ihre Königin ihn verläßt, so verhielten sich auch die Gottheiten. Von nun an verehrten die Gottheiten Prana."
Mulidimensionale Energie
Prana oder die faßbare Erscheinung des Höheren Selbst fließt durch verschiedene Energiewege im Körper. Die drei wichtigsten Wege pranischer Energie sind ida nadi, pingala nadi, sushumna nadi. Sie befinden sich entlang der Wirbelsäule. Ida und Pingala Nadi winden sich in drei Dimensionen um Sushumna, wie eine Wendeltreppe. Sich damit eng vertraut zu machen, hilft beim Verstehen der innewohnenden multidimensionalen Energie des Menschen, nämlich prana.
Ida und Pingala sind Ströme geladener Ionen, die einen Einfluß auf den Fluß von Prana ausüben können. Ida Nadi ist ein negativ geladener Pranafluß und Pingala ist ein positiv geladener Pranafluß. Die Konsequenz ist, daß sie wahrscheinlich bei Entladung alle Dimensionen des Bewußtseins dessen, der auf sie meditiert, beeinflussen. In der Tat glauben einige Wissenschaftler, daß die psychischen Zentren oder Chakras im Körper im Grunde genommen nichts anderes sind als Bereiche immenser Ausstrahlung, verursacht durch an einen Punkt gebundene Ansammlung pranischer Energie. Verschiedene subatomare oder elementare Teilchen werden dabei freigesetzt.
Prana wurde als eine Art komplexer, multidimensionaler Energie beschrieben, die aus einer Kombination von elektrischer, magnetischer, elektromagnetischer, photonischer, okularer, thermaler und mentaler Energie besteht. Die fünf großen Teile von Prana, die in verschiedenen Teilen des Körpers existieren, weisen unterschiedliche Dichte der ionischen Felder auf. Sie können auch als umherwirbelnde Wolken mit verschiedenen Farben und Schattierungen visualisiert werden. Diese pranischen Wolken sind frei, um sich auszudehnen oder zusammen zu ziehen, mit oder ohne den Einfluß äußerer Faktoren.
Udana hat die geringste Dichte der Pranas, dann kommt prana, samana und apana. Vyana, der durch den ganzen Körper fließt, hat eine Dichte, die der Durchschnittsdichte der anderen entspricht. Die verschiedenen Farben der pranischen oder bioplasmischen Wolken entstehen durch die Emission der Photonen, wenn Elektronen ihren Energielevel von einer höheren zu einer niedrigeren Voltzahl verändern.
Von einigen Wissenschaftlern wird daher angenommen, daß die Natur von Prana wolkenähnlich ist und elektromagnetische Energie trägt. Daraus entstehen elektromagnetische Ausstrahlungen, in denen die wellenförmige elektrische Energie und die wellenförmige magnetische Energie im 90 Grad Winkel zueinander stehen. Daraus ergibt sich das Bild der Spirale.
Diese Ausstrahlungen haben Heilige und Weise aus aller Welt und zu allen Zeiten gesehen, beschrieben und gezeichnet. Vor ca. vier Jahrzehnten wurden sie mit der sogenannten Kirlian Photographie photographiert. Es ist die gleiche Erfahrung, die psychische Heiler machen, wenn bestimmte Kräfte den Körper verlassen und zum Patienten übertragen werden.
Pranayama Kosha
Vor vielen tausend Jahren haben Rishis und Seher gesagt, daß die Pranas nicht im grobstofflichen Körper angesiedelt sind, sondern in einem feineren Körper mit dem Namen Pranamaya Kosha oder pranische Hülle. Diesen Körper haben sie als wolkenähnlich beschrieben, in dem im Inneren eine konstante Aktivität herrscht. Verschiedene Farben werden entsprechend der Nahrung, des Denkens, des Bewußtseinszustandes während der Meditation und der Umgebung ausgestrahlt.
Laut Yoga formt Pranamaya Kosha das feine Netzwerk, durch das Prana fließt. Man nennt ihn auch den pranischen, den ätherischen oder den bioplasmischen Körper. Diesem Energiekörper gibt man die gleiche Form wie dem physischen Körper. Durch verschiedene yogische Techniken, durch Konzentration und Visualisieren, kann man jedoch erreichen, daß er sich ausdehnt und zusammenzieht, besonders mit Prana Vidya. Wenn unsere Wahrnehmung extrem fein auf den pranischen Körper eingestellt wäre, könnten wir einen Lichtkörper sehen, in dem es unzählige, kabelähnliche Strukturen gibt, die Shakti oder Energie leiten. Diese kabelähnliche Struktur sind die Nadis oder Energieströme. Die Shiva Samhita spricht von 350.000 Nadis im Körper, die Prapanchasana Tantra von 300.000 und die Goraksha Satarka von 72.000. Es gibt unendlich viele Nadis in der Struktur des grobstofflichen Körpers, die Bewußtsein und Prana zu jedem Atom leiten.
Dieses pranische Feld wird wegen der Tatsache, daß es ähnlich wie Plasma (geladene Gase), wie es die Plasma Physik lehrt, manchmal Psi Plasma genannt. Es ist ein Dunst geladener Teilchen, die innerlich durch den Geist und äußerlich durch elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder beeinflußt wird.
Dieses Konzept ist für viele ernsthafte Schüler der Plasma Physik, der Metaphysik und der Parapsychologie absolut annehmbar. Auch bei Betrachten der inneren Verbindung von pranischer, mentaler, emotionaler, spiritueller und physischer Energien läßt sich das leicht verstehen. Eine Veränderung innerhalb dieser Energien bringt konsequenterweise eine gleichgeartete Veränderung in den anderen mit sich.
Wegen der Bewegung der pranischen Wolken ist es ganz natürlich, daß die dichteren Wolken dazu neigen, sich in Regionen geringerer Dichte zu bewegen. Das wird wiederum durch die Anziehung für weniger dichte Wolken durch die dichteren gefördert. Auf diese Weise entsteht eine ununterbrochene Aktivität innerhalb der pranischen Regionen. Durch verschiedene yogische Übungen wie Pranayama, Mudras, Bandhas, die Hatha Yoga Shatkarmas und Prana Vidya, wird dieses Vermischen weiter angetrieben. Oft werden diese pranischen Felder gezwungen, zusammen zu kommen, was Hitze oder manchmal auch Kälte im Körper entstehen läßt, oder es führt zu Beschwingtheit, Introvertiertheit, größerem Appetit, feinerer Wahrnehmung von Farben und Klängen, dann nämlich, wenn man Konzentration oder Rückzug der Sinne (Pratyahara) praktiziert. Viele dieser Erfahrungen werden durch Pranayama ausgelöst, was deshalb für absolute Anfänger von Yoga meistens zu stark ist.
Pranische Wirbel
In der 'Hatha Yoga Pradipika' von Swatmarama heißt es: " Nur, wenn alle Nadis und Chakras, die voller Unreinheiten sind, gereinigt sind, kann der Yogi Prana festhalten." (V.5, Kap. 2). Um die große Kundalini Shakti zu erwecken, muß der Übende nicht nur die Energiewege (Nadis) reinigen, sondern auch die Quantität und Qualität von Prana erhöhen und speichern. Prana sammelt sich in den sechs großen Zentren entlang der Wirbelsäule. Sie befinden sich im feinstofflichen Körper, korrespondieren jedoch mit den Nervengeflechten im grobstofflichen Körper. Prana Shakti und Manas Shakti sammeln sich in den Chakras und bilden wirbelnde Energiemassen. Jedes Chakra schwingt in einer bestimmten Geschwindigkeit. Die Chakras am untersten Punkt des Energiekreislaufs arbeiten auf niederer Frequenz. Es heißt, daß sie grobstofflicher sind und auch die Bewußtheit dementsprechend ist. Die oberen Chakras des Kreislaufes arbeiten mit höherer Frequenz und sind verantwortlich für feinere Bewußtheit und höhere Intelligenz.
Prana und Bewußtsein
Laut Vedanta gibt es zwei Aspekte im menschlichen Dasein - Prana und Bewußtsein. Prana ist die vitale oder bioplasmische Energie, die von Natur aus universal ist. Bewußtsein ist Wissen. Prana ist der aktive Aspekt und Bewußtsein ist der ruhende Aspekt unseres Seins. Bewußtsein, das Geist-Prinzip, wird Purusha (wörtlich 'das, was in der Stadt schläft') genannt. Prana, das Prinzip der Natur, der Energie und Materie, wird Prakriti (wörtlich 'Aktivität') genannt.
Purusha muß immer in Kooperation und in Einheit mit Prakriti arbeiten. Ohne Prana kann Bewußtsein nicht erschaffen. Es muß eine allem zugrundeliegende Kraft geben, die in die unterschiedlichsten Objekte und Formen umwandelt. Auf höherer Ebene der Erfahrung sind Prana und Bewußtsein eins. Auch auf weltlicher Ebene der Existenz sind sie voneinander abhängig, leben in einer Wechselbeziehung. Tatsächlich sind sie voneinander abhängige Einheiten, die manchmal zusammenfließen und zu anderen Zeiten voneinander getrennt sind. Daher kann Prana vom Bewußtsein und umgekehrt beeinflußt werden.
Wie können wir die Natur unserer Existenz begreifen? Prana können wir begreifen und erfahren, wenn wir die Dimensionen unseres Bewußtseins gründlich studieren. Das ist jedoch ein äußerst schwieriges Vorgehen, weil es voraussetzt, daß wir unsere Bewußtseinsnatur direkt wahrnehmen können. Das aber ist für die meisten Menschen nicht möglich.
Pranayama
Ein leichterer Weg des Begreifens und Verwirklichens von Dimensionen des Bewußtseins ist der, die verschiedenen Aspekte von Prana im Körper durch yogische Techniken wie Pranayama und Prana Vidya zu studieren und zu verwirklichen. Da Prana die Kraft im Atem und im Körper ist, ist dieser Weg der einfachere.
Das Wort Prana ist eine Kombination von zwei Silben, Pra und Na. Sie bedeuten: Beständigkeit, eine Kraft in ständiger Bewegung. Während Prana die vitale Kraft ist, ist Pranayama der Verlauf, in dem der innere pranische Vorrat erhöht wird. Manche Menschen unterteilen das Wort Pranayama in Prana und Yama und bezeichnen es als Atemkontrolle. Das Wort Pranayama ist jedoch aus den beiden Worten Prana und Ayama zusammengesetzt und bedeutet dann: pranische Fähigkeit oder Länge.
Pranayama ist eine Technik, durch die die Quantität von Prana im Körper auf eine höhere Frequenz gebracht wird. Durch Pranayama Übungen wird eine gewisse Größe an Hitze oder kreativer Kraft im ganzen Körper erzeugt, die das vorhandene Quantum an Prana beeinflußt. Dieses Prana bewegt sich dann durch Pingala Nadi zum Ajna Chakra. Wenn genügend Hitze im System erzeugt wurde, überwacht das Ajna Chakra die Verteilung der Botschaft zurück zur Basis von Kundalini und das tatsächliche Erwachen des großen Prana kann beginnen. Die Wissenschaft von Pranayama basiert mit diesem Ziel auf dem Zurückhalten von Prana oder Kumbhaka.
Atemanhalten
Sich der Natur des Atems bewußt zu werden und ihn zurückzuhalten, führt zu Kontrolle über das ganze System. Wenn du den Atem anhältst, sind für diesen Moment Nervenimpulse in verschiedenen Teilen des Körpers eingestellt und Gehirnwellenmuster laufen zusammen. In Pranayama soll die Länge des Atemanhaltens ausgedehnt werden. Je länger der Atem angehalten wird, umso größer ist der Spalt zwischen den Nervenimpulsen und ihrer Erwiderung im Gehirn. Wenn der Atem für eine ausgedehnte Zeit angehalten werden kann, verringert sich die mentale Agitation.
Technisch ausgedrückt und auch laut Patanjali ist Pranayama nur Zurückhalten: "Nach Ausführen von Asana ist Pranayama das Beenden der Bewegung von Ein- und Ausatmen:"(Sutra 49). Ein- und Ausatmen sind die Methoden, um das Zurückhalten herbeizuführen. Das Anhalten ist extrem wichtig, weil eine längere Zeit der Aufnahme von Prana zur Verfügung steht, und es läßt mehr Zeit für den Austausch von Gasen in den Zellen, wie Sauerstoff und Kohlendioxyd. Durch den Atem sind Prana und Bewußtsein essentiell miteinander verbunden und können mit wissenschaftlichen Methoden voneinander getrennt werden. Dazu dienen yogische Techniken, den Atem anzuhalten.
(Einführung aus: Prana - Pranayama - Prana Vidya von Paramahamsa Niranjanananda)
Prana Bewusstsein
Vitalenergie Wissen, Mentalenergie
Prakriti Purusha
aktiv ruhend
Prana Shakti Chitta oder Manas Shakti
Shiva Shakti (Tantra)
Ida Pingala (Yoga)
Beide Pole müssen im Zustand der Ausgeglichenheit sein.
20.02.2010
Parvati
Parvati (Sanskrit, f., पार्वती, Pārvatī) ist eine hinduistische Göttin, die als die Gattin des Shiva und Mutter von Ganesha und Karttikeya (auch Skanda genannt) gilt. Sie ist die Tochter von Himavat, dem Gott des Himalaya. Ihr Name bedeutet „Tochter der Berge“ (skt.: parvata).
Ikonographie
Parvati mit Shiva als Ardhanarishvara, welche die Einheit von beiden ausdrücktAls Gattin Shivas wird Parvati als liebliche, reich geschmückte Frau dargestellt, mit zwei Armen, in der rechten Hand eine blaue Lotosblüte. Ist sie dagegen unabhängig, hat sie vier Hände, eine rote und eine blaue Lotosblüte und die beiden unteren Hände in der Gnade-gewährenden Handgeste Varada-Mudra sowie der Schutz-gewährenden Abhaya-Mudra. Oft trägt sie dieselben Embleme wie Shiva, etwa Dreizack und Schlange. In ihrem mütterlichen Aspekt trägt sie in vielen Darstellungen ihren Sohn Ganesha auf dem Arm. Populär sind Darstellungen mit Shiva, Parvati, Ganesha und Skanda als Heilige Familie auf dem Berg Kailash. Begleittier (Vahana) ist der Löwe.
Mythos
Die Puranas präsentieren Shiva und Parvati als das Elternpaar des Universums und enthalten darum viele verschiedene Mythen im Zusammenhang mit ihrem Eheleben. So traf Parvati der Legende nach eines Tages im Gebirge auf einen schönen Asketen, der um seine erste Gemahlin Sati trauerte. Parvati wusste nicht, dass sie selbst eine Reinkarnation Satis war und erkannte in dem Asketen den Gott Shiva, in den sie sich verliebte. Um ihm gleich zu werden, begann sie ebenfalls ein asketisches Leben zu führen, bis er als Wanderbettler vor ihr erschien. Beide heirateten. Daraufhin zogen sie sich auf den Berg Kailash zurück und begannen mit dem sexuellen Akt, der lange Zeit ununterbrochen andauerte. Dieser Akt soll so intensiv gewesen sein, dass der Kosmos davon erschüttert wurde und die Götter Angst bekamen. Die Götter unterbrachen das Liebespiel der beiden, und Shivas Samen fiel in den Ganges, aus dem Karttikeya geboren wurde, der dann die Welt vor dem Dämonen Taraka rettete. Im Mythos um den anderen Sohn Ganesha dagegen ist die bekannteste Version jene, in der Parvati ihren Sohn aus eigener Kraft erschafft, ohne Zutun ihres Gatten Shivas.
Bedeutung
Genauso wie Shiva hat Parvati den Doppelaspekt von Erhaltung und Zerstörung. Hauptsächlich verkörpert sie jedoch das Sinnbild der lebensspendenden, lebenserhaltenden Mutter. Andere ihrer Namen sind Amba oder Ambika (Mutter). Als Parvati wird sie niemals zornig dargestellt. Verkörpert sie dagegen den Aspekt der Zerstörung, wird sie Kali oder Durga genannt. Im Shaktismus ist sie die Verkörperung der göttlichen Energie, der Shakti, ohne die der in sich ruhende Gott Shiva seine Funktion nicht erfüllen könnte. Die Schriften benutzen eine Reihe von Bildern und Metaphern, um die komplementäre Identität von Shiva und Shakti zu verdeutlichen. So ist Shiva der Himmel, Parvati die Erde, Shiva das Subjekt, Parvati das Objekt, Shiva die Sonne, Parvati das Licht. Die Ikonographie zeigt darum auch beide in einer einzigen Gestalt als Ardhanarishvara, halb männlich, halb weiblich.
Parvati wird jedoch nicht nur als Gattin Shakti des Shiva verehrt, sondern tritt eigenständig in verschiedenen Formen auf, z. B. als Gauri, der Weißlichen, einer Berggöttin oder Annapurna (Göttin), einer liebevollen Ernährerin aller Wesen.
Shiva, Parvati und Ganesha spielen in der tantrischen Tradition eine zentrale Rolle. Shiva ist mit seinem wichtigsten Symbol, dem Lingam, die gekannteste Gottheit in der tantrischen Tradition.
Ganesha, der elefantenköpfige Gott, wird in der tantrischen Tradition für den Inbegriff der tantrischen Mysterien gehalten.
Shiva, Parvati und Ganesha bilden zusammen die heilige Familie.Shiva, Parvati und Ganesha sind insofern keine normale, sondern eine sehr sinnlich lustvolle Familie. Doch ist Shiva nicht nur der Gott der Erneuerung und der Sinnenlust, sondern - in der Vereinigung mit Kali Durga - auch der Zerstörung.
Die beiden Aspekte dieses in sich extrem gegensätzlichen Gottes werden auch in der bekanntesten Geschichte um die Entstehung des Ganesha deutlich.
Shiva und Parvati erschaffen Ganesha
Nach dieser Geschichte sind Shiva und Parvati in sehr unterschiedlichen Rollen an der Erschaffung des Elefantengott Ganesha beteiligt. Parvati hatte sich den Ganesha erschaffen, um sich vor den zudringlichen Blicken ihres Ehemann Shiva zu schützen.
Shiva liebte es, seiner Frau beim Bade zuzuschauen. Das aber mochte Parvati gar nicht. So formte sie sich aus Ton ein kleines Kind und erweckte es zum Leben. Das Kind, Ganesha, setzte sie als Wächter vor ihr Badehaus.
Als beim nächsten Bad Shiva wie gewohnt ins Badehaus von Parvati gehen wollte, versperrte der frisch gebackene Gottessohn ihm den Weg. Shiva schlug ihm kurzerhand den Kopf ab.
Doch als Shiva nun von seiner Frau Parvati hörte, dass er ihren Sohn getötet hatte, machte er sich sofort daran, ihn wieder zum Leben zu erwecken.
Er schickte seine Diener aus, ihm den Kopf des ersten Lebewesens zu bringen, das sie unterwegs antreffen. Ein Elefant kreuzte den Weg der Diener, sodass Ganesha zu einem elefantenköpfigen Gott wurde.
Quellen
Anneliese und Peter Keilhauer: Die Bildsprache des Hinduismus – Die indische Götterwelt und ihre Symbolik, Dumont
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Lord Ganesha
Ganesha
Auch bekannt als Vinayaka oder Ganapathi, ist der Sohn Shivas und Parvatis. Die Hindus verehren Ganesha als einen der prominentesten und beliebtesten der angebeteten Gottheiten. "Ganah" bedeutet auf Sanskrit Vielheit; "Isha" heißt Herr. Folglich bedeutet Ganesha "Herr aller Wesen". Ganesha wird auch Ekadanta (derjenige mit einem Stoßzahn) genannt, sowie Vighneswara, Herr und Zerstörer von Hindernissen, Varada (Wohltaten schenkend) und Sidhhita (Geber von Erfolg in aller Arbeit).
Geburt
Die Brahmanda Purana erzählt eine Geschichte: Die Dämonen schufen Hindernisse und verhinderten, daß in Weltlichkeit gefangene Seelen fortschritten der Erlösung entgegen. Die Göttin Devi sah dieses traurige Spiel und in ihrem Mitgefühl beschloß sie, diesem Übel ein Ende zu setzen. Die Dämonen erdreisteten sich sogar den Göttern Hindernisse in den Weg zu legen. An diesem Punkt schaute Devi Lalita in Shivas Antlitz und lächelte. Aus dem Strahlen ihres Lächelns ging eine Gottheit mit einem Elefantengesicht hervor. Devi setzte diese Gottheit, Vighneshwara, den Beseitiger von Hindernissen, ein, um den Dämonen Einhalt zu gebieten. Sie zerstörte die Blockaden auf dem Weg der Götter. Das erklärt, warum die Menschen Ganesha zu Beginn aller vielversprechenden Unternehmungen verehren.
Gemäß hinduistischer Legende hat Ganesha einen menschlichen Körper und einen Elefantenkopf. Einer seiner Stoßzähne ist abgebrochen, und er hat einen großen Bauch. Er sitzt mit einem Bein unter dem anderen. In seiner Nähe befindet sich schmackhafte Nahrung, die als Opfergabe dargebracht wurde. Zu seinen Füßen liegt eine Maus.
Jeder Teil von Ganeshas Körper symbolisiert ein spirituelles Prinzip. Ganeshas große Ohren und Kopf weisen auf Weisheit, die durch sravana (Hören) und manana (Denken) erworben wurde. Ein Elefantenkopf auf einem menschlichen Körper repräsentiert höchste Weisheit.
Der Rüssel repräsentiert den Intellekt oder Unterscheidungskraft, die aus Weisheit hervorgeht. Der Rüssel besitzt die besondere Fähigkeit gröberer als auch feiner Betätigung. Ein Rüssel kann einen Baum ausreißen, aber auch eine Nadel aufheben. Ganeshas Denken erfaßt das Reich der Materie und das des Geistes (spirituelles Reich).
Zwei Stoßzähne symbolisieren die Gegensatzpaare: Freude und Schmerzen, heiß und kalt, Tag und Nacht, Ehre und Schmach. Daß Ganesha über nur einen Stoßzahn verfügt, weist darauf, daß er alle Dualitäten transzendiert hat. Ganeshas großer Bauch bedeutet, daß er Vollkommenheit erreicht hat und alle Erfahrungen konsumieren und absorbieren kann.
Ganesha hat vier Arme. Diese vier Arme repräsentieren die vier Aspekte des feinstofflichen Körpers: Geist, Intellekt, Ego und Bewußtsein. In einer Hand hält er eine Axt und in der anderen ein Seil. Die Axt symbolisiert die Zerstörung aller Wünsche und Bindungen. Mit dem Seil zieht Ganesha den Sucher aus seinen weltlichen Problemen und verbindet ihn mit ewiger Glückseligkeit. In der dritten Hand hält Ganesha eine Süßigkeit, die die Belohnung spiritueller Suche darstellt. In der vierten Hand hält er eine Lotusblume, die das höchste Ziel der menschlichen Evolution versinnbildlicht: Erleuchtung. Künster stellen Ganesha oft die Axt und das Seil mit zwei seiner Hände haltend dar. Dann lassen sie eine seiner Hände eine heilige Handstellung (mudra) einnehmen, die Schutz und Segen gewährt.
Ganeshas Kopf enthält kleine, durchdringende Augen, die das winzigste Detail jedweden Gegenstands untersuchen können. Diese Augen verfügen über die innere Schau, den Geist Gottes in jedem zu sehen.
Ganeshas Gefährt ist eine kleine Maus. Die Maus steht für Egoismus und weltliche Wünsche, worin die Ursache für all unser Leiden liegt. So wie die Maus in Dunkelheit lebt und stiehlt, so lebt unser Bewußtsein in Unwissenheit und ist ständig beschäftigt mit materiellen Gewinnen, wodurch unser innerer Friede gestohlen wird. Ganesha beherrscht sein Gefährt vollständig, d.h. er hat Egoismus und Wunschnatur überwunden.
Ganesha, der auf seiner Maus reitet, steht für einen vollendeten Menschen, der seinen begrenzten Körper, Fühlen und Denken, dargestellt durch die Maus, benutzt, um die grenzenlose Wahrheit, die Ganesha symbolisiert, zu übermitteln. Körper, Fühlen und Denken sind begrenzt. Es ist ihnen nicht möglich, den unbegrenzten Atman zum Ausdruck zu bringen. Der Intellekt des Durchschnittsmenschen kann die Wahrheit nicht begreifen.
Südindien verehrt Ganesha als unverheiratet im Zölibat lebend. In Nordindien glaubten die Menschen, er habe zwei Gemahlinnen: Buddhi oder Wissen und Siddhi oder Wohlstand. In einigen Teilen Indiens wird Riddhi oder Erfolg statt Buddhi als seine Gemahlin betrachtet. Diese Gemahlinnen versinnbildlichen, daß Meditation auf "Aum" (Ganesha) nicht nur spirituelle Erleuchtung bringt, sondern auch Wissen und Wohlstand oder Erfolg. Manche betrachten die Gemahlinnen als Eigenschaften, die mit Ganesha in Verbindung stehen.
http://www.youtube.com/watch?v=O6na40hsw6Y
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